Fulda - 12.05.2009Biosphärenreservat Rhön

Einblicke in Entstehungsgeschichte der Rhön vermittelt

 

Erste länderübergreifende Exkursion zur geologischen Besonderheiten in der hessischen und bayerischen Rhön / große Anzahl von interessierten Teilnehmern

 

RHÖN. Auf Einladung des Naturparks Hessische Rhön sowie des Vereins Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön fand die erste länderübergreifende Exkursion zu geologischen Besonderheiten der hessischen und bayerischen Rhön statt.

 Unter fachkundiger Führung von Dr. Wilhelm Mons und Heribert Kramm wurden den Teilnehmern im Sieblos-Museum in der Gemeindeverwaltung von Poppenhausen die äußerst aufschlussreichen Ergebnisse des einheimischen Forschers Hugo Schubert im Hinblick auf die frühere Flora und Fauna erläutert. Dabei erfuhren sie, dass das Braunkohlevorkommen bei Sieblos am Westhang der Wasserkuppe von der erdgeschichtlichen Entwicklung her nicht mit den bekannten Braunkohlevorkommen im Lettengraben bei Wüstensachsen oder am Bauersberg zu vergleichen ist. An der faszinierenden Felsformation der bis zu 25 Meter steil aufragenden Steinwand nördlich von Poppenhausen führte die Diplom-Geologin Anna Leonhard in die Entstehungsgeschichte dieser aus Phonolith bestehenden Formation ein und zeigte an Hand von Gesteinsproben die Unterschiede auf.

 Am Nachmittag besuchte die Gruppe unter Führung von Claus Schenk, Leiter des Informationszentrums „Haus der Schwarzen Berge“ in Oberbach, die aufgelassene Abbaustelle Gebirgsstein bei Oberbach. Er stellte zunächst die Besonderheiten des in den Schwarzen Bergen vorkommenden schwarzen Basaltes heraus, der unter anderem auch zu den bekannten Plastersteinen bei Oberriedenberg und nahe dem heutigen Berghaus Rhön verarbeitet wurde. An der Abbaustelle Gebirgsstein erläuterte er den dort zu erkennenden riesigen Schlackenkegel mit deutlich sichtbarer Schichtung und eingesprengten „Lavabomben“. Die dort zu erkennende Formation führte unter den Experten zu einem intensiven fachlichen Meinungsaustausch über die geologischen Vorgänge in der Rhön.

 Die Fahrt führte weiter nach Euerdorf ganz im Süden des Naturparks Bayerische Rhön. Dort wurde dem Museum „MainfränkischeTrias“ ein Besuch abgestattet. Durch diese reiche und beeindruckende Sammlung von Spuren in der Trias-Formation (Sandstein) führte Michael Henz, einer der vier inzwischen überregional anerkannten Experten zu Fossilien in der Trias-Formation. Den Abschluss bildete dann eine Feldexkursion zu einem aktuellen Untersuchungsgebiet bei Euerdorf.

 Alle 33 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, zu denen auch der Geschäftsführer des Naturparks Hessische Rhön und Leiter der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Rhön, Otto Evers, gehörte, waren tief beeindruckt, wie spannend Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Rhön vermittelt werden können.

12.05.2009

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