Gersfeld - 08.01.2014Biosphärenreservat Rhön

"Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“ offizielles UN-Dekade-Projekt

In Gersfeld überreichte die Abteilungsleiterin im Bundesumweltministerium Gertrud Sahler (Mitte) die Ehrung an den Vorsitzenden von EUROPARC, Guido Puhlmann (links), sowie an Projektkoordinatorin Anne Schierenberg (rechts).         Foto: Carsten Kallenbach

RHÖN. Das Freiwilligenprogramm der Nationalen Naturlandschaften, zu denen die deutschen Biosphärenreservate, Natur- und Nationalparks zählen, ist nun offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Gertrud Sahler, Abteilungsleiterin im Bundesumweltministerium, zeichnete „Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“ auf der Mitgliederversammlung von EUROPARC Deutschland e.V. aus, die jetzt in Gersfeld stattfand. Diese Würdigung erhalten Projekte, die sich in nachahmenswerter Weise für die Bewahrung der biologischen Vielfalt einsetzen.


„Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“ fördert seit 2003 ehrenamtliches Engagement in inzwischen 43 Nationalen Naturlandschaften und Infozentren. „Das Ehrenamt hat schon immer eine große Rolle im Naturschutz gespielt. Es ist etwas Selbstverständliches im Naturschutz – aber in der heutigen Zeit eigentlich auch nicht, weil die Anforderungen, die an die Menschen im Berufsleben gestellt werden, doch sehr groß sind“, betonte Gertrud Sahler in ihrer Ansprache.

Die Vereinten Nationen hätten die UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um die Welt der Artenvielfalt in der Gesellschaft besser zu verankern. Inzwischen seien in Deutschland rund 3 000 Freiwillige in 150 verschiedenen Projekten tätig. „Damit unterstützen diese Freiwilligen das hauptamtliche Personal“, sagte Sahler.

Neben einer Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhielt EUROPARC Deutschland e.V. einen symbolischen „Vielfalt-Baum“. „Das erhaltene Qualitätssiegel ist für uns eine große Anerkennung. Gleichzeitig verstehen wir es als Aufforderung, die Angebote für freiwilliges Engagement in den wertvollsten Landschaften Deutschlands auszubauen und für weitere Zielgruppen attraktiv zu gestalten“, so Guido Puhlmann, Vorstandsvorsitzender von EUROPARC Deutschland.

Der Einsatz der Freiwilligen ist sehr vielfältig: Sie unterstützen beim Mähen von Bergwiesen, beim Kartieren von Fledermäusen, bei der Beschilderung von Wanderwegen, bei der Betreuung von Kindergruppen und bei der Pflege von Fotoarchiven. EUROPARC Deutschland e.V., der Träger des Freiwilligenprogramms, und die Nationalen Naturlandschaften haben in den vergangenen zehn Jahren zur Ehrenamtsförderung ein professionelles Freiwilligenmanagement etabliert. Dazu gehören u.a. die eigens qualifizierten Freiwilligenkoordinatorinnen und -koordinatoren in den Schutzgebietsverwaltungen.

Besondere Unterstützung erhielt „Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“ im Jahr 2010, als Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel das Preisgeld des MIDORI-Preises an EUROPARC Deutschland zur Weiterentwicklung des Freiwilligenprogramms übergab. Der Midori-Preis wurde der Bundeskanzlerin zuvor von der japanischen AEON-Umwelt-Stiftung für ihr besonderes Engagement im internationalen Umwelt- und Klimaschutz sowie beim Schutz der Artenvielfalt verliehen.

Die Hessische Rhön nimmt seit 2006 am Programm „Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“ teil. Es finden jährlich Schulungen und Fortbildungen statt, regelmäßig einmal jährlich ein Austausch der Freiwilligenkoordinatoren unter Leitung des Dachverbandes EUROPARC Deutschland e.V. Ranger Arnold Will und der stellvertretende Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, Martin Kremer, wurden zu Freiwilligenkoordinatoren ausgebildet. Ziel dabei ist das professionelle Management von ehrenamtlichem Engagement in den Schutzgebieten.

„Im hessischen Teil des Biosphärenreservats Rhön engagieren sich zurzeit etwa 400 Ehrenamtliche jährlich. Teilweise handelt es sich um Ehrenamtliche wie den Arbeitskreis Gewässerwarte, die Birkwildkartierer, den Birkwildhegering, die Quellenkartierer, die Rhönbotaniker oder den Verein Rhöner Gärten“, sagt Martin Kremer. Ferner seien auch Schulklassen darunter, die sich ehrenamtlich in der Landschaftspflege engagieren, Praktikanten, Vorstands- und Forenmitglieder im Verein Natur- und Lebensraum Rhön e.V. oder Aktionen mit Caritas und Lebenshilfe.

Eine Besonderheit im Rahmen des Projekts in der Rhön sei der Schauspieler Rudolf H. Herget, der in jedem Jahr poetische Veranstaltungen auf rund 30 Rhöner Bergen durchführt. Als „herausragend“ bezeichnet Kremer das Projekt „Jedem Kind sein Rhönschaf“ in Silges, an dem die Kinder des Dorfes und die Eltern intensiv teilnehmen. Neu seien beispielsweise Akteure, die sich ehrenamtlich für den geplanten Sternenpark Rhön einsetzen.

Im Rahmen des EUROPARC-Projekts „Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“ werden pro Jahr in der hessischen Rhön etwa 15 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet. „Der vielleicht größte Erfolg des Projektes ist, dass uns Schutzgebieten bewusst wurde, welch wertvolle Arbeit die ehrenamtlichen Helfer leisten. Auch sind diese Projekte mit Ehrenamtlichen unverzichtbar für die Akzeptanz der Schutzgebiete“, hebt Martin Kremer hervor.

08.01.2014

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