Gersfeld - 28.11.2013Biosphärenreservat Rhön

Stromferntrassen durch die Rhön

RHÖN. Werden bald in der Rhön neue Strommasten aufgestellt?
Führt die geplante Stromferntrasse von Mecklar nach Grafenrheinfeld durch das Biosphärenreservat Rhön?

Dieser Frage ging der Vorstand des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön (VNLR) in seiner letzten Vorstandssitzung nach. Christof Erb, der für den Landkreis Fulda die Trassenplanungen begleitet, informierte über den aktuellen Sachstand.

Demnach sind derzeit zwei Trassen in Planung, welche voraussichtlich die Hessische Rhön betreffen werden. Dabei handelt es sich zum einen um die Wechselstromtrasse von Mecklar nach Grafenrheinfeld, welche über das Umspannwerk Dipperz-Wisselsrod geführt werden soll. Darüber hinaus ist aber noch eine weitere Gleichstromtrasse mit einer Länge von 800 km quer durch die Bundesrepublik geplant. Diese, in der neuen sog. HGÜ-Technik geplante Trasse, soll die künftige „Hauptschlagader“ für die Stromverteilung in Deutschland werden. Die beiden Trassen, welche auf Basis des „Netzausbau-Beschleunigungsgesetzes“ vom Netzbetreiber TenneT realisiert werden sollen, kommt die Aufgabe zu, norddeutschen Windkraftstrom mit möglichst geringen Verlusten in den Süden zu transferieren. Für die Bundesrepublik ist dabei der Atomkraftstandort Grafenrheinfeld von großem Interesse, da dort mit dem Stilllegen des Atommeilers 2015 Kapazitäten frei werden.

Erb macht darauf aufmerksam, dass es zwar eine öffentliche Beteiligung bei diesem Verfahren geben wird, gleichwohl die Einflussmöglichkeiten aber als eher gering eingestuft werden müssen. Da mit einer Antragstellung bzgl. des Trassenverlaufs und der öffentlichen Anhörung bereits im Frühjahr 2014 gerechnet wird, sieht der VNLR die Notwendigkeit, frühzeitig die Interessen des Biosphärenreservates zu kommunizieren und zu wahren. Dr. Beier, Vorsitzender des VNLR, kündigt an, dass sich die Gremien des Vereins mit der Thematik auseinandersetzen werden.

28.11.2013

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