Gersfeld - 21.11.2013Biosphärenreservat Rhön

Damit auch in Zukunft Enzian, Küchenschelle & Co. blühen können „Neuswartser Küppelchen“

NEUSWARTS/RHÖN. Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden ist das Biosphärenreservat Rhön bemüht, landschaftliche Besonderheiten und damit die Eigenart und die Vielfalt der Rhöner Kulturlandschaft zu erhalten. Das sagte jetzt Ewald Sauer von der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, als er auf dem „Neuswartser Küppelchen“ Tanns Bürgermeister Mario Dänner über den Abschluss der diesjährigen Pflegeaktion eines sehr seltenen Rhöner Biotops in der Gemarkung von Tann informierte.

Der kleine zwischen dem thüringischen Kothenberg im Süden und dem Tanner Stadtteil Neuswarts im Norden gelegene Hügel, von den Einheimischen als „Neuswartser Küppelchen“ bezeichnet, sei eine botanische Kostbarkeit, auf dem seltene Pflanzen der Rhön wie Küchenschelle, verschiedene Orchideen, Enzian und die Silberdistel wachsen, so Ewald Sauer. Auf dem mageren und trockenen Muschelkalkhügel würden diese ganz seltenen Pflanzen der Rhön, zum Teil in einer Dichte, die nur noch auf thüringischen Kalkmagerrasen erreicht werde, in Erscheinung treten.

Noch vor 40 Jahren hätten die Neuswartser Schafe und Ziegen dort weiden lassen, die den Aufwuchs des Grases und der Büsche kurz gehalten hätten, habe ihm der Neuswartser Landwirt Achim Ziegler berichtet. Dann sei die Fläche, auch auf Grund ihrer steilen Hänge, die nicht mit Maschinen befahrbar sind, nicht mehr genutzt worden, was zu einer zunehmenden Verbuschung, vor allem mit Schwarzdorn, gesorgt habe.

Vor 20 Jahren seien dann auf Initiative des  damaligen Neuswartser Ortsvorstehers die Büsche wieder zurückgedrängt worden.  „Wenn wir den Aufwuchs nicht jährlich abmähen, dann kommen die Büsche wieder und wir verlieren die vielen seltenen Pflanzen", betonte Ewald Sauer von der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Rhön, in dessen Zuständigkeiten die Pflege der Schutzgebiete, die Begleitung von Planprozessen sowie Naturschutz-, Forst- und Jagdangelegenheiten fallen. Deswegen werde seit drei Jahren das Neuswartser Küppelchen durch Mitarbeiter des Biosphärenreservates Rhön immer spät im Herbst gemäht und das Schnittgut von einem einheimischen Landwirt abgefahren.

Bereits vor mehr als 100 Jahren hatte der Biologe und Botaniker Moritz Goldschmidt aus Geisa schon auf diesen seltenen floralen Fundus bei Neuswarts hingewiesen. Auf dem Küppelchen, den man auch als kleinen Feldherrnhügel bezeichnen könnte und von dem man einen schönen Blick ins untere Ulstertal hat, ließ der Rhönklub 1971, anlässlich der 95. Hauptversammlung in Tann, einen Gedenkstein für den „Botaniker der Rhön“ errichten.

21.11.2013

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