Gersfeld - 29.01.2013Biosphärenreservat Rhön

Bierbrand reift zum 4. „Rhöner Gradierbrand“

Kai-Uwe Rübiger, der technische Leiter des Keltenbades, befüllt hier das Eichenfass mit dem Brand.                                                                 Foto: Carsten Kallenbach

BAD SALZUNGEN / RHÖN. Zum 4. Mal wurde jetzt ein Fass mit einem „Rhöner Gradierbrand“ der Dachmarke Rhön befüllt. In der salzhaltigen Luft des Gradierwerkes Bad Salzungen reift für ein Jahr lang ein Bierbrand und soll sich so zu einem unverwechselbaren Qualitätsprodukt entwickeln.

Der verwendete Brand stammt von der Rhönbrauerei Dittmar aus Kaltennordheim, einem Partnerbetrieb der Dachmarke Rhön. Eine Brennerei im thüringischen Wasungen hat ihn Anfang 2012 gebrannt. „Wir haben für diesen Brand unser Rhöner Doppelbock zur Verfügung gestellt. Das ist die stärkste Sorte aus unserem Haus, die sich am besten für einen solchen Bierbrand eignet“, erklärte die Geschäftsführerin der Rhönbrauerei Dittmar, Christel Reukauf.

Bislang reiften in der solehaltigen Luft drei Fässer „Rhöner Gradierbrand“ aus Weizen- und Dinkelbrand in den Kureinrichtungen von Bad Königshofen und Bad Salzungen. Erst vor kurzem wurde im Gradierwerk von Bad Salzungen ein „Rhöner Gradierbrand“ aus Dinkelbrand in Flaschen abgefüllt. Im Mai wird dieser Edelbrand beim Fränkischen Obst- und Kleinbrennerverband zur Prämiierung vorgestellt, denn erst wenn er mindestens eine Bronzemedaille erhält, darf er über die Dachmarke Rhön mit dem Qualitätssiegel Rhön vermarktet werden. Den Beteiligten am Projekt ist aber nicht bange: der erste Rhöner Gradierbrand hatte eine Silbermedaille, der zweite sogar eine Goldmedaille bekommen.

Im Eichenholzfass in Bad Salzungen reifen nun 50 Liter Bierbrand, der momentan noch 56 Prozent Alkohol hat. Mit destilliertem Wasser wird er nach der Reife im Holzfass auf trinkbare 38 Prozent eingestellt. Dafür wird Adolf Keller aus dem bayerischen Ramsthal sorgen, der Mitglied innerhalb der Kleinbrennerkooperation der Dachmarke Rhön ist. „Dieser Bierbrand wird aufgrund des hohen Salzgehalts hier in Bad Salzungen auf jeden Fall mineralischer. Sein Geschmack wird feiner und runder“, ist sich der Kleinbrenner bereits jetzt schon sicher.

„Wir freuen uns, dass wir erneut einen Rhöner Gradierbrand unter unserem Dach haben“, sagte der Bad Salzunger Kurgeschäftsführer Daniel Steffan. „Der Rhöner Gradierbrand ist ein absolut regionales Produkt, das nicht austauschbar ist. Diese Spezialität ist auch ein beliebtes Souvenir bei unseren Kurgästen“, meinte er.

Das Projekt des „Rhöner Gradierbrands“ sei ein tolles Beispiel für die Länder übergreifende Kooperation innerhalb der Rhön, hob die Geschäftsführerin der Dachmarke Rhön GmbH, Barbara Vay, hervor. „Mit dem Rhöner Gradierbrand wird zum einen ein Jahrhunderte altes Handwerk gepflegt, aber zugleich unterstützen wir damit den Tourismus. Letztlich wird durch solch ein Projekt auch die Wertschöpfung innerhalb der Region gesteigert.“

Hinter dem „Rhöner Gradierbrand“ stecke die Idee, ein dem schottischen Whisky ähnliches Produkt herzustellen, erklärte die stellvertretende Geschäftsführerin der Dachmarke Rhön, Hannelore Rundell. In einem Gespräch zwischen Dachmarke Rhön, den Rhöner Kleinbrennern und Vertretern des Tourismus vor einigen Jahren habe der Geschäftsführer der Tourismus GmbH Bayerische Rhön, Michael Pfaff, von der Reifung des schottischen Whiskys in Holzfässern in direkter Meeresnähe berichtet. „Daraufhin haben wir uns entschlossen, einen besonderen Versuch zu starten, nämlich Rhöner Brand in der salzhaltigen Luft unserer regionalen Kureinrichtungen reifen zu lassen“, sagte Rundell. Zwischen den Kureinrichtungen in Bad Königshofen und Bad Salzungen sowie der Dachmarke Rhön habe sich dann sehr schnell eine partnerschaftliche Zusammenarbeit entwickelt.

29.01.2013

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