Gersfeld - 23.12.2012Biosphärenreservat Rhön

Seltene Fledermäuse im Milseburgtunnel

Eine Wasserfledermaus in einer Wandspalte im Milseburgtunnel (Foto: Stefan Zaenker)

RHÖN. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen wurden wie schon in den vergangenen Jahren der Milseburgtunnel und die umliegenden Felsenkeller und Bergwerksstollen hinsichtlich ihrer Fledermausvorkommen untersucht.

Seit vielen Jahren erfasst die Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz Fulda e.V. die Bestandszahlen der überwinternden Fledermäuse im Biosphärenreservat Rhön. Traditionell wird dabei kurz vor Weihnachten der Milseburgtunnel begangen. Bei der Kontrolle in diesem Winter nahmen auf Einladung der Fledermausschützer auch Vertreter des NABU Kreisverbandes teil.

Das Ergebnis der Begehung war auch für die erfahrenen Fledermausschützer eine Überraschung. Im Milseburgtunnel konnten 4 Exemplare der äußerst seltenen Mopsfledermaus und 5 Exemplare der Breitflügelfledermaus gefunden werden. Daneben wurden zahlreiche Exemplare des Braunen Langohrs, der Zwergfledermaus, der Wasserfledermaus, der Bartfledermaus und des Großen Mausohrs angetroffen. Der Trend der letzten Jahre zeigt deutlich, dass vor allem die späteren Öffnungszeiten des Tunnels im Frühjahr für die guten Bestandszahlen sorgen. Die sommerliche Nutzung des Tunnels als Fahrradweg scheint nur eine geringe Auswirkung auf das Überwinterungsverhalten der Fledermäuse zu haben.

Auch die Kontrolle der anderen Untertagequartiere brachte gute Ergebnisse. Insgesamt 139 Fledermäuse wurden gezählt, obwohl ein Teil der Quartiere noch gar nicht untersucht wurde. Diese Arbeiten werden im Januar und Februar fortgesetzt, um so einen Gesamtüberblick über die überwinternden Fledermäuse im Landkreis zu bekommen. Im vergangenen Winter wurden 226 Fledermäuse gezählt, die sich auf insgesamt 9 Arten verteilen. Die häufigste Art in den Rhöner Winterquartieren ist dabei das Große Mausohr, die mehr als die Hälfte der Winterfunde ausmacht.

An den Kontrollen waren Holger Matzke und Stefan Zaenker von der Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz Fulda e.V., Karlheinz Kern und Wolfgang Etzel vom NABU Kreisverband Fulda, Michael Müller vom Biosphärenreservat Rhön und Jessica Hillen vom Institut für Tierökologie beteiligt. Die gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten soll auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.

23.12.2012

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