Gersfeld - 12.07.2012Biosphärenreservat Rhön

„Der Schneider – Versuch der Wiederansiedlung einer in der Rhön ausgestorbenen Fischart“

RHÖN: Am Mittwoch, 27. Juni 2012, stellte Diplom-Biologe Christoph Dümpelmann in der Hasenmühle bei Tann ein Wiederansiedlungsprojekt des Biosphärenreservats Rhön vor. Nach dem seit 2005 erfolgreich laufenden Projekt Edelkrebs geht es diesmal um eine in Hessens Gewässer sehr seltene Kleinfischart, den Schneider.

Historisch in den meisten Äschen- und vielen Barbenregionen Hessens in z. T. großen Beständen vorhanden, ist dieser höchstens bis 18 cm lang werdende silbrige Fisch aus der Familie der Karpfenfische flächendeckend fast völlig verschwunden. Gewässerausbau und Gewässerverschmutzungen haben die ehemals guten Bestände zusammenbrechen lassen.

 Nach umfangreichen Voruntersuchungen zur Eignung von Gewässerstrecken im Biosphärenreservat wurden im vergangenen Herbst Elterntiere mit Genehmigung der Oberen Fischereibehörde im Gewässersystem der Oberen Eder gefangen. Diese wurden zur Zucht an einen erfahrenen Züchter dieser Art nach Nordrhein-Westfalen gegeben. Die in diesem Jahr erfolgreich nachgezüchteten Jungfische sollen im Herbst in zwei geeignete Gewässerstrecken in der Rhön besetzt werden.

Auf diese Weise wird gesichert, dass nur genetisch ursprüngliche „Weserschneider“ im Fulda- und Ulstersystem besetzt werden.

Das Projekt wird von der Oberen Fischereibehörde beim RP Kassel unterstützt und ist zuerst einmal auf drei Jahre angelegt. Ein parallel zu den Besatzmaßnahmen durchgeführtes Monitoring soll prüfen, ob die Wiederansiedlung des Schneiders in der Rhön erfolgreich verlaufen wird.

12.07.2012

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