Gersfeld - 14.06.2012Biosphärenreservat Rhön

Rhönverein positioniert sich zur Windkraft!

In seiner Mitgliederversammlung beschloss der Verein Natur- und Lebensraum Rhön am 01.06.2012 eine Stellungnahme zum diskutierten Ausbau im Biosphärenreservat Rhön, hessischer Teil.

Der Verein, der sich als Förder- und Trägerverein des Biosphärenreservates Rhön im hessischen Teil der Rhön versteht, hat sich in monatelanger Gremienarbeit sowohl in mehreren Fachforen des Vereins wie auch im Vorstand mit der Entwicklung befasst und der Mitgliederversammlung ein Positionspapier vorgelegt, welches ohne Gegenstimme und mit acht Enthaltungen mit überwältigender Mehrheit beschlossen wurde.

Es handelt sich um ein 8 Punktepapier, welches folgende Kernaussagen beinhaltet:

  • Nach Aufassung des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön, sind Biosphärenreservate keine grundsätzlichen Ausschlusskriterien für Windkraft. Allerdings wird gefordert, dass ein etwaiger Ausbau den Nachhaltigkeitsprinzipien der UNESCO entspricht und dem Schutz der außergewöhnlichen Natur- und Kulturlandschaft Rechnung trägt.

  • Einkünfte und Einnahmen aus der Windkraftnutzung sollen in der Region bleiben, damit der ländliche Raum von der Entwicklung profitiert. Dabei kann sich der Verein Natur- und Lebensraum durchaus vorstellen, dass bei der Realisierung eng mit den regionalen Stromversorgern und Netzbetreibern zusammen gearbeitet wird.

  • Gefordert wird aber auch, dass der Windkraftausbau länderübergreifend abgestimmt wird.

  • Gefordert werden eine breite Bürgerbeteiligung und eine transparente Planung. Dabei spricht sich der VNLR für das Landkreiskonzept aus und fordert die Kommunen auf, hier den Schulterschluss zu wahren.

  • Unverzichtbar ist für den VNLR, dass den naturschutzfachlichen Belangen Rechnung getragen wird. Unter anderem fordert das Papier, dass Lebensräume von Leitarten des Biosphärenreservates Rhön, die durch Windkraftanlagen bedroht sind, als Standorte auszuschließen sind. Auch der Schutz der heimischen Fledermäuse wird explizit genannt.

  • Eindeutig positioniert sich der Verein Natur- und Lebensraum Rhön e.V. bezüglich der Zonierung des Biosphärenreservates Rhön. Nach dem Willen des VNLR sind Kernzonen sowie de Pflegezone A und B des Biosphärenreservates Rhön von Windkraftanlagen freizuhalten. Auch sollten die verbleibenden potentiellen Standorte hinsichtlich ihrer Wirkungen auf die Artenvielfalt, das Landschaftsbild, etwaige Beeinträchtigungen von Sichtachsen und die Auswirkung auf Tourismus und Naherholung beprüft werden.

  • Der Flugsport in der Rhön, insbesondere auf der Wasserkuppe, darf durch Windkraft keine Beeinträchtigung erfahren.

  • Gebeten werden die Kommunen und der Landkreis, Flächeneigentümer vor übereilten Vertragsabschlüssen mit überregionalen Investoren zu warnen.

Dr. Beier, 1. Vorsitzender des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön e.V., sieht in dem nun beschlossenen Papier eine wichtige Positionsbestimmung für die Hessische Rhön. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen die Windkraftnutzung, aber der Ausbau muss mit Augenmaß erfolgen und darf die natürlichen Grundlagen des Biosphärenreservates Rhön, welche in seiner Artenvielfalt und in seinem Landschaftsbild zu finden sind, nicht zerstören. Es ist uns sehr daran gelegen, die aktuell weit verbreitete Goldgräberstimmung zu einer sachlichen Diskussion zu führen“.

 

14.06.2012

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