Gersfeld - 28.02.2012Biosphärenreservat Rhön

Deutsche Edelkrebse – durch Aquarien-Krebse gefährdet

Auf Einladung des Biosphärenreservats Rhön informierte der Diplom-Biologe und Fischereisachverständige Christoph Dümpelmann über das erfolgreiche Ansiedlungsprojekt des Deutschen Edelkrebses.

Die drei in Europa vorkommenden Arten waren früher weit verbreitet. Allerdings sind durch Gewässerverschmutzung und Gewässerverbau in vielen Bereichen Europas die Bestände drastisch zusammengebrochen. Die Einfuhr amerikanischer Krebse, welche potentielle Überträger der amerikanischen Krebspest sind, hat die Situation weiter verschlechtert und den Deutschen Edelkrebs an den Rand des Aussterbens gebracht.
Inzwischen gibt es in einigen Bereichen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz Bemühungen, den Deutschen Edelkrebs wieder anzusiedeln. Als eines der erfolgreichsten Projekte gilt das Rhönprojekt. Allerdings ist auch diese Wiederansiedlung permanent durch das eventuelle Freilassen von amerikanischen Aquarienkrebsen gefährdet. Eine weitere Gefahr stellt kontaminiertes Wasser, welches bei Fischbesatz in die Rhönbäche kommt, dar.

Dümpelmann macht darauf aufmerksam, dass viele im Aquarienhandel angebotene Krebse ihren Ursprung in Nordamerika haben und damit Überträger der gefährlichen Krebspest sind, gegen die die europäischen Krebse keine Resistenz ausgebildet haben. Dümpelmann vertritt die Auffassung, dass Krebse im Aquarium nichts zu suchen haben. Sie fressen Aquarienpflanzen und durchwühlen mit ihrer Grabtätigkeit unentwegt jedes Aquarium. Dies führt oft dazu, dass Aquarienbesitzer oft rasch verärgert sind und die Tiere frei lassen, mit verheerenden Folgen für das Ökosystem unserer Bäche und Teiche. Daher fordern die Krebsschützer ein Import- und Handelsverbot für Amerikanische Krebsarten.

Im Biosphärenreservat Rhön arbeitet man seit dem Jahr 2000 an der Wiederbesiedlung. Zunächst fanden umfangreiche Informations- und Lehrveranstaltungen statt. 2002 wurden erstmalig ausgewachsene Tiere in einem Teich ausgesetzt. Von 2004 - 2010 folgte der mehrjährige, systematische Besatz von 10 Gewässern mit insgesamt 14 Besatzstellen. Dabei wurden von 2004 - 2010 so genannte Sömmerlinge, nämlich einjährige Tiere, ausgesetzt. Parallel erfolgt die jährliche Bestandskontrolle, welche auch weiterhin durchgeführt wird. Die Ergebnisse sind vielversprechend. In etlichen der Besatzstellen konnten inzwischen Eier tragende Krebsweibchen gefangen werden.

Dem erfolgreichen Beispiel in der Hessischen Rhön folgend, gibt es mittlerweile auch Krebs-Besatzmaßnahmen in der Thüringer Rhön.

Christoph Dümpelmann, der das Projekt seit 2004 koordiniert, ist stolz darauf, dass das vom Biosphärenreservat und der Oberen Fischereibehörde finanzierte Projekt als die erfolgreichste Wiederbesiedlungsmaßnahme im aquatischen Lebensraum in Hessen gilt.

Garant für den Erfolg sind auch die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, welche als Krebswarte das Projekt aktiv unterstützen und den Schulterschluss zu den Angelvereinen gewährleisten.

 

28.02.2012

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