Gersfeld - 26.01.2012Biosphärenreservat Rhön

Mopsfledermaus im Milseburgtunnel

RHÖN. Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz kontrolliert Winterquartiere im Landkreis  Windkraftanlagen könnten zum Problem werden

In enger Zusammenarbeit mit der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Fulda wird im Winterhalbjahr das Monitoring der Fledermaus-Winterquartiere fortgesetzt. Im Mittelpunkt stehen auch dieses Mal der Milseburgtunnel und die Bergwerksstollen, Felsen- und Gewölbekeller in der zentralen Rhön.

 

Seit der Öffnung des Milseburgradweges im Sommer 2003 steht der Milseburgtunnel immer wieder im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Während die Fahrradfahrer den Tunnel gerne länger nutzen wollen, sehen manche Naturschützer eine Gefährdung der winterschlafenden Fledermäuse. Eine erste Kontrolle der Fuldaer Fledermausschützer Ende 2011 brachte nun ein überraschendes Ergebnis. Mit 9 verschiedenen überwinternden Fledermausarten ist der Milseburgtunnel mit Abstand das artenreichste Winterquartier im Landkreis. Überraschend war in diesem Winter der erstmalige Fund einer Mopsfledermaus im Tunnel. Diese Art ist zusammen mit den ebenfalls im Quartier angetroffenen Bechsteinfledermäusen, Breitflügelfledermäusen und Großen Mausohren nach der europäischen Fauna-Flora-Habitatrichtlinie besonders geschützt. Daneben suchen Wasserfledermäuse, Fransenfledermäuse, Braune Langohren, Bartfledermäuse und Zwergfledermäuse den Milseburgtunnel als Winterquartier auf.

„Verantwortlich für diesen Artenreichtum ist vor allem das Klima im Tunnel.", meint Stefan Zaenker, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz Fulda e.V. „Es gibt hier im Winter vom der Ost- bis zum Westeingang ein starkes Temperaturgefälle, so dass viele Arten mit unterschiedlichen Quartieransprüchen einen optimalen Platz für den Winterschlaf finden." Die seltene Mopsfledermaus bevorzugt sehr kalte Quartiere. Die Art wurde in der hessischen Rhön in den letzten Jahren nur im Gewölbekeller einer Burgruine nachgewiesen. Das Forstamt Hofbieber hat für diese Fledermausart eine Artenpatenschaft übernommen, die zum Ziel hat, die Waldlebensräume der nächtlichen Jäger zu schützen. Im Rahmen dieses Projektes und der Diskussion über regenerative Energien, muss sicherlich auch geprüft werden, an welchen Standorten Windkraftanlagen aufgestellt werden können, ohne dass seltene Fledermausarten davon betroffen sind. Hintergrund ist die Tatsache, dass den Fledermäusen auf Grund der hohen Druckunterschiede im Bereich der Rotoren die Blutgefäße um die Lunge platzen und diese dann an inneren Blutungen sterben. „Da die meisten Fledermausarten im Wald vorkommen, sollte insbesondere dieser Lebensraum frei von Windkraftanlagen bleiben.", fordert die Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz.

Nähere Informationen zu den heimischen Fledermausarten finden sich auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz Fulda e.V. unter der Adresse: www.fledermausschutz-fulda.de

Foto: Mopsfledermaus in einem der für Fledermäuse aufgehängten Hohlblocksteine im Milseburgtunnel.

 

26.01.2012

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