Gersfeld - 12.12.2011Biosphärenreservat Rhön

Funkstrahlen: Gefahr für Mensch und Natur

RHÖN. Der Verein Natur- und Lebensraum Rhön hatte die Bamberger Allgemeinmedizinerin Dr. Cornelia Waldmann-Selsam zu einem Vortrag nach Dipperz eingeladen. Die Ärztin befasst sich seit vielen Jahren mit gesundheitlichen Störungen durch Funkstrahlen. Nach eigenen Aussagen hat sie inzwischen über 2000 Patienten behandelt, deren gesundheitlichen Störungen sich auf elektromagnetische Strahlung zurückführen ließen.

Frau Waldmann berichtet von einer stetig steigenden Zahl an Patienten, die empfindlich auf die inzwischen allgegenwärtigen Funkstrahlen reagieren. Zu den Symptomen zählt sie Gereiztheit, Schlaflosigkeit, Veränderungen der Psyche, Konzentrationsstörungen Sprachstörungen, Vergesslichkeit, Ohrgeräusche, Sehstörungen, Herzrhythmusstörungen, Herzstolpern und allgemeine Erschöpfungszustände.

Neuere Studien belegen an Hand von Tierversuchen auch steigende Krebserkrankungen. Seit Anfang der 2000er Jahre befassen sich Bamberger Ärzte intensiv mit dem Phänomen, sodass bereits 2004 der sog. „Bamberger Appell" gegen den Ausbau von Funkverbindungen verfasst wurde. Die Referentin berichtet, dass es gegenwärtig nochmals zu einer deutlichen Ausweitung körperlicher Beeinträchtigungen kommt. Ursächlich für sie sind der Ausbau von UMTS, WLAN und Digitalfunk. Ein besonderes Gefährungspotential wird dem aktuell in der Diskussion stehenden Tetrafunk, mit dem die Versorgung der Rettungsdienste und der Polizei optimiert werden soll, zugeschrieben. Bizarr mutet die politische Diskussion an. Während die Weltgesundheitsorganisation Schäden durch Funkstrahlen als nicht nachweisbar deklariert, empfiehlt der Europarat die Ausweisung von sog. „weißen Zonen", nämlich Gebieten, die weitestgehend von Funkstrahlung freigehalten werden.

Prof. Reinhard Kremer ist ein klarer Befürworter einer solchen weißen Zone. Er fordert, dass Teilbereiche der Rhön möglichst von Funkstrahlung freigehalten werden sollten. Elektromagnetische Strahlung dringt in den Körper ein und beeinflusst die elektromagnetischen Signalsysteme von Mensch und Tier. Die heimische Kommunalpolitik sieht ein solches Vorhaben hinsichtlich seiner Realisierbarkeit eher kritisch. Insbesondere die junge Generation, aber auch Handel und Gewerbe fordern eine flächendeckende Verfügbarkeit von Handy und Internet. Tendenziell ist mit einem weiteren Ausbau unterschiedlichster Funktechniken zu rechnen.

Bürgermeisterin Brigitte Erb und Bürgermeister Manfred Helfrich verweisen auch darauf, dass es sich bei Funkmasten um privilegierte Bauwerke handelt, bei denen die Gestaltungsmöglichkeiten der Kommunen sehr eingeschränkt sind.

Lt. Dr. Waldmann-Selsam macht aber auch die schädigende Wirkung nicht vor Bäumen und Sträuchern halt. Für sie ist signifikant, dass in den Hauptstrahlrichtungen der einzelnen Sender eine starke Häufung an Waldschäden feststellbar ist.

Nach einer angeregten Diskussion im Vorstand des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön beschließt dieser, im kommenden Jahr das Thema Funkstrahlen im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung aufzugreifen.

Information unter:
http://www.diagnose-funk.org

 

12.12.2011

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