30.09.2019Biosphärenreservat Rhön

Studierende planen Blühflächen auf Liegenschaften des Landkreises Fulda

An zahlreichen Schulen im hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön blüht es: Helena Kümpel (20) und Michael Ritz (24), die in der Kreisverwaltung Fulda ihr duales Studium absolvieren, betreuen das Projekt Blühflächen. Auf kreiseigenen Liegenschaften wurden blühende Wiesen angelegt, um die Artenvielfalt zu fördern und damit Insekten und Bienen einen Lebensraum zu bieten.

 

„Mit dem Projekt wollen wir Vorbild sein“, erklärt Fuldas Landrat Bernd Woide und führt an, dass schon mit kleinen Flächen die Biodiversität und damit die Bienen und Insekten gefördert werden könnten. Mehr als 50 mögliche Flächen für solche Blühstreifen haben die beiden Studierende Helena Kümpel und Michael Ritz auf kreiseigenen Grundstücken gefunden. Die meisten Flächen befinden sich auf Schulgrundstücken.

„Wir sind wir zu den Schulen gefahren, haben Termine mit den Hausmeistern und Schulleitern vereinbart und unsere Ergebnisse vorgestellt“, erläutert Michael Ritz. Mindestens 10 bis 50 Quadratmeter freie Fläche müssen vorhanden sein, um solche Blühstreifen anzulegen. Auf diesen Flächen wird nur selten gespielt, auch anderweitig werden sie nicht genutzt. „Die Hausmeister sind meistens sogar dankbar, wenn Blühflächen entstehen. Denn die Wiesen müssen sie nicht mehr mähen“, sagt Helena Kümpel.

Auch die Schulleiter selbst sind begeistert von dem Projekt und zeigen ein hohes Engagement: Das Saatgut wurde von den Schülern teilweise sogar selbst ausgesät, es sollen Garten- und Blumen-AGs gegründet und Insektenhotels gebaut werden, erklären die beiden dualen Studenten, die bereits seit November mit der Planung des Projekts beschäftigt sind.

Durchschnittlich sind die potentiellen Blühflächen etwa 50 bis 100 Quadratmeter groß. Besonders groß ist die Fläche an der Ritter-von-Haune-Schule in Burghaun. „Dort wurden auf knapp 4000 Quadratmetern geeignetes Saatgut ausgesät“, erläutert Michael Ritz. Beim Aussäen hat der Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld geholfen und freiwillige Landwirte gefunden, die auch künftig diese Flächen betreuen werden.

Die Arbeit mit den Schulen hat den beiden großen Spaß gemacht. „Das war eine ganz andere Arbeit als im Studium“, sagt Helena Kümpel. „Sie ist aber total spannend und vielfältig. Zudem schaffen wir damit wichtige und vor allem nachhaltige Flächen.“ „Das Projekt kann eine Anregung für Privatleute und Landwirte sein, auf ihren privaten Wiesen solche Flächen anzulegen“, erläutert Michael Ritz, der hofft, dass viele Bürger im Landkreis davon erfahren und diesem Beispiel folgen.

Für die Blühflächen wird eine mehrjährige Saatmischung verwendet, die für die natürlichen Gegebenheiten im Landkreis Fulda gut geeignet ist. Im ersten Jahr werden sich Blüher, im zweiten dann Stauden durchsetzen und somit beste Voraussetzungen für Bienen und Insekten bieten.

 

30.09.2019

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Fuldas Landrat Bernd Woide begutachtet mit Helena Kümpel und Michael Ritz die Blühflächen am Kreishaus. (Foto: Lisa Laibach)

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