Poppenhausen - 15.07.2019Biosphärenreservat Rhön

Biodiversität und ich - Markt der Möglichkeiten gut besucht

Zahlreiche Besucher waren am 10. Juli 2019 auf Einladung des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön e.V. (VNLR) und des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön ins Von-Steinrück-Haus in Poppenhausen gekommen. An Infoständen von unterschiedlichen Akteuren aus dem Naturschutz erfuhren sie dort bei einem Markt der Möglichkeiten alles rund um das Thema Biodiversität und bekamen gezeigt, wie sie zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen können.

 

„Wir alle können Insekten und ihre Lebensräume schützen“, sagte Janet Emig vom VNLR, die die Gäste im Von-Steinrück-Haus begrüßte. Der immer schneller voranschreitende Rückgang der Artenvielfalt zeige, dass es höchste Zeit sei, dass jeder Einzelne umdenke und mithelfe, schon mit kleinen Entscheidungen im Alltag zum Schutz der Natur und der Biodiversität beizutragen. Veranstaltungen wie der Markt der Möglichkeiten sollten Bürgern dabei eine Hilfestellung bieten.

„Das Thema Artensterben ist derzeit in aller Munde. Deshalb müsste der Saal eigentlich überfüllt sein“, sagte Fuldas Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt. „Wir alle tragen Verantwortung für die biologische Vielfalt – sie ist unsere Lebensgrundlage.“ Der Landkreis Fulda engagiere sich in Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat Rhön auf vielfältige Weise. Zum Beispiel würden in diesem Jahr insgesamt 41 Blühflächen an Schulen angelegt – auf einer Gesamtfläche von 12.000 Quadratmetern. „Es ist aber nicht die Zahl, die wichtig ist“, sagte Schmitt. Vielmehr gehe es um einen tieferen Sinn: „Die Pädagogen können das Thema Erhalt der biologischen Vielfalt in den Unterricht einbauen, und die Kinder tragen ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit nach Hause. Sie sind die besten Botschafter.“ Auch an die Gäste im Von-Steinrück-Haus appellierte der Erste Kreisbeigeordnete: „Nehmen Sie heute Abend Anregungen mit und stecken Sie andere damit an.“

"Einfach mal gewähren lassen"

Nach einem Film, der aufzeigte, was biologische Vielfalt bedeutet und warum sie als Grundlage allen Lebens unerlässlich ist, standen die Akteure aus dem Naturschutz für die Fragen der Besucher bereit. Rieke Trittin (Landkreis Fulda, Fachdienst Landwirtschaft) sprach über die Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft, Lebensmitteln und biologischer Vielfalt sowie die Bedeutung regionaler Vermarktung. Ihre Kollegin Simone Müller (Ökolandbau Modellregion Landkreis Fulda) hatte den „Wegweiser Bio im Landkreis Fulda“ dabei und erklärte, welche Vorteile der ökologische Landbau bietet und wie der Landkreis als Ökomodellregion Landwirte und Unternehmen unterstützt. Bei Martin Seuring (Landkreis Fulda, Leiter Fachdienst Natur und Landschaft) erfuhren die Besucher, dass die Begriffe Blühfläche und Blüh- beziehungsweise Blumenwiese oft verwechselt würden und das Saatgut je nach Anliegen sorgfältig ausgewählt werden müsse. Interessierte konnten sich bei Seuring die Mischung „Veitshöchheimer Bienenweide“ mitnehmen. Wie der eigene Garten besonders naturnah gestaltet und insektenfreundlich bepflanzt werden kann, zeigte außerdem der erfahrene langjährige Landschaftsgärtner Klaus Gärtner. Sein Motto: „Einfach mal gewähren lassen.“ So könne man bereits Raum für kleine Lebensräume bieten, „wenn man vermeintlich störendes Unkraut zwischen den Pflastersteinen nicht sofort rausreißt“.

Dass Insektenhotels im eigenen Garten zwar oft gut gemeint, aber nicht gleich gut gemacht sind und worauf es beim Bau eines solchen Hotels ankommt, demonstrierte Ranger Jan Knittel (Biosphärenreservat Rhön). Über die Herausforderungen in Wald und Forstwirtschaft sprach Florian Wilshusen, Leiter des Forstamts Hofbieber. Am Stand von Michael Kirse vom Biologischen Umweltnetzwerk Rhön, bekannt durch sein „Umweltmobil Rumpel“, diskutierten Besucher unter anderem lange über das Thema Wolf und Möglichkeiten für Schafhalter, sich zu schützen. „Zu allen Naturschutzmaßnahmen gehört immer auch der Schutz der Nacht“, betonte Sabine Frank vom Sternenpark Rhön. Sie zeigte anhand unterschiedlicher Leuchten, wie einfach es ist, Lichtverschmutzung zu reduzieren: Strahler an Hauswänden nach unten klappen, abgeschirmte Birnchen – und auf Solarlampen im Garten, die rein als Deko dienen, verzichten.

15.07.2019

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Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt (Zweiter von links) mit Simone Müller (hinten, von links), Sabine Frank, Rieke Trittin, Florian Wilshusen, Klaus Gärtner sowie (vorne, von links) Michael Kirse, Janet Emig, Jan Knittel, Martin Kremer und Martin Seuring, die auf dem Markt der Möglichkeiten für Interessierte bereitstanden. (Fotos: Anna-Lena Bieneck)

Zahlreiche Gäste stellten an den Infoständen ihre Fragen, bekamen hilfreiche Tipps und Material.

Dekoleuchten im Garten - biodiversitätsfeindlich, erfuhren die Gäste von Sabine Frank.

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