Oberelsbach - 11.06.2019Biosphärenreservat Rhön

Mitmachaktion zum Wandel der Rhöner Kulturlandschaft: Fotos als Postkarten erhältlich

Im Sommer 2018 hatte das UNESCOBiosphärenreservat Rhön eine besondere Mitmachaktion gestartet: Rhöner Bürgerinnen und Bürger waren aufgerufen, Orte auf historischen Bildern zu erkennen, diese ausfindig zu machen und neu zu fotografieren. Entstanden sind 22 einzigartige Bildvergleiche, die nun als Postkarten veröffentlicht worden sind. Die kostenlosen Karten sind ab sofort in den Infozentren des UNESCOBiosphärenreservats erhältlich – solange der Vorrat reicht.

 

Simmelsberg, Oberelsbach, Hilders, Kreuzberg und Co.: Die Postkarten zeigen beeindruckende Vergleichsbilder der Rhön – je ein historisches und das entsprechende aktuelle Bild. Die Foto-Mitmachaktion entstand als Idee aus der wissenschaftlichen Projektreihe „Historische Kulturlandschaft Rhön“ heraus, die die Kultur- und Sozialgeschichte der Kulturlandschaft Rhön dokumentiert. Die Fotos geben Aufschluss darüber, wie sich die vom Menschen seit Jahrhunderten geprägte Kulturlandschaft in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.

Fotos aus Museumsarchiv

Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön hatte zunächst auf seiner Homepage 35 Bilder aus dem Archiv des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen veröffentlicht. Sie stammen vom Rhönklub-Mitglied Hermann Eckert aus Eisenach, der die Rhön in den 1920er- und 1930erJahren bei Wanderungen erkundete und seine Eindrücke in Malereien und Fotografien festhielt. Für 22 dieser historischen Motive schickten Rhöner Bürger aktuelle Fotos ein. Dorothea Leyrer und Barbara Kaden, Studierende der Geographie an der Friedrich-SchillerUniversität Jena, untersuchten daraufhin jedes der Motive.

„Manche Ortschaften sehen auf den ersten Blick nicht gravierend anders aus als damals. Bei genauerem Hinsehen hat sich aber vieles im Umfeld verändert“, sagt Torsten Raab (Leiter Hessische Verwaltungsstelle, UNESCO-Biosphärenreservat Rhön). Zu diesem Schluss kommen auch die beiden Studentinnen in ihrer Auswertung: „Offenlandschaften wie Weiden und Wiesen sind um die Ortschaften kleiner geworden, da es andere Möglichkeiten gibt, das Vieh zu halten und zu ernähren. Auf den Bildern ist eindrücklich zu sehen, wie schnell die Wiederbewaldung dieser freien Flächen einsetzt.“

Innenorte attraktiv machen und erhalten

Das Projekt vermittle anschaulich, „dass unsere Landschaft sich stetig verändert“, sagt Michael Geier (Leiter der Bayerischen Verwaltungsstelle). „Es kommt darauf an, wie wir damit umgehen und was wir daraus machen.“ Hierbei gelte es vor allem, die Innenorte attraktiv zu gestalten und zu erhalten, ergänzt Julia Rösch (Mitarbeiterin Nachhaltige Entwicklung, Bayerische Verwaltungsstelle). Ein erster Schritt sei, der Bevölkerung den Wert ihrer Kulturlandschaft bewusst zu machen. Hierzu sollen Projekte wie die Foto-Mitmachaktion beitragen. „Unsere Dörfer sind lobens- und liebenswert“, sagt Karl-Friedrich Abe (Leiter der Thüringer Verwaltungsstelle). „Dass wir stolz darauf sind, gilt es, regelmäßig zu zeigen."


Weitere Infos zur Projektreihe „Historische Kulturlandschaft Rhön“ sowie zur Foto-Mitmachaktion inklusive Auswertung und allen Motiven finden Sie hier.

11.06.2019

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Die Leiter der Verwaltungsstellen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön (von links) Torsten Raab (Hessen), Michael Geier (Bayern) und Karl-Friedrich Abe (rechts) sowie Julia Rösch (Verwaltung Bayern), die das Projekt mit betreut hat, präsentieren die neuen Postkarten. (Fotos: Anna-Lena Bieneck, Hess. Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön)

Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt die Aufnahme von Hermann Eckert mit Blick auf den Markt Oberelsbach. Das aktuelle Foto zum Vergleich, das nun mit der historischen Aufnahme die Postkarte ziert, hatte Matthias Poppe eingesandt.

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