16.05.2019Biosphärenreservat Rhön

Wald-Exkursion mit dem Gymnasium Bad Salzungen

Den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen?! Das trifft auf die vier neunten Klassen des Dr.-Sulzberger-Gymnasiums Bad Salzungen keineswegs zu. Auf einer Entdeckungstour im Waldgebiet am Sandberg bei Bernshausen gingen sie gemeinsam mit Karola Marbach und Nils Hinkel aus der thüringischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön einigen Besonderheiten des Waldes auf den Grund.

So lernten die Schülerinnen und Schüler die „Gesundheitspolizei“ des Waldes näher kennen und staunten nicht schlecht, wie viel Leben tatsächlich in vermeintlich totem Holz steckt. Außerdem nahmen sie verschiedene Baumbestände unter die Lupe und überlegten gemeinsam, warum der Bewuchs so vorzufinden ist und was forstwirtschaftlich getan werden müsste, um die Bedingungen für einzelne Bäume zu verbessern.

Bäume selbst bestimmt

Bei der Pflanzenbestimmung war dann Eigeninitiative gefragt: Bäume bestimmen in Wäldern mit verschiedenen Sukzessionsstadien. Des Weiteren entdeckten die Schülerinnen und Schüler, dass Tiere wesentlich mehr Spuren im Wald hinterlassen als nur Fährten, und dass Reh und Hirsch nicht derselben Art angehören. Besonderes Kopfzerbrechen bereiteten den Jugendlichen merkwürdig anmutende „Muster“ an einzelnen Bäumen, die sich als Überreste der Harznutzung zu Zeiten der ehemaligen DDR herausstellten. Auch alte Grenzsteine konnten als weitere historische Spuren ausfindig gemacht werden.

Praxiserfahrung kommt gut an

Der Transfer vom Schulunterricht in die Natur gelang bei der Betrachtung des Querschnitts eines Baumstamms und den Stockwerken des Waldes. Dies freute nicht nur die Lehrerinnen, sondern auch die Schüler profitierten von ihrem theoretischen Ökosystemwissen vor Ort. „Es ist etwas ganz anderes, ob man die Informationen trocken aus dem Schulbuch vermittelt bekommt, oder selbst mitten im Wald steht und einem plötzlich die Zusammenhänge klar werden. Vieles ist gar nicht so kompliziert wie es auf den ersten Blick scheint, wenn man es selbst live sieht und erlebt“, erklärt Nils Hinkel (Koordinator Umweltbildung) von der thüringischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, der den Waldrundgang gemeinsam mit seiner Kollegin Karola Marbach (Kernzonenforschung/Monitoring) in Kooperation mit Martina Pforr und Romy Ludwig (Biologie-Lehrerinnen am Gymnasium Bad Salzungen) vorbereitet hatte.

Kooperation wird weitergeführt

Eine ähnliche Exkursion fand bereits im Jahr 2018 als Probelauf statt. Aufgrund der positiven Rückmeldungen vonseiten der Schüler und Fachlehrer wurde die Waldführung fest in den Lehrplan der neunten Klassen aufgenommen. Die Zusammenarbeit zwischen dem Dr.-Sulzberger-Gymnasium und der thüringischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön wird zukünftig weiter ausgebaut werden. Gemeinsame Projekte sind in Planung.

16.05.2019

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An vier Tagen besuchten SchülerInnen der 9. Klassen des Dr.-Sulzberger-Gymnasiums aus Bad Salzungen den Wald im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. (Foto: Nils Hinkel, thüringische Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön)

Nils Hinkel berichtet über die historische Waldnutzung - Harzen in der DDR. (Foto: Karola Marbach, thüringische Verwaltungsstelle UNESCO-Biosphärenreservat Rhön)

Baumbestimmung im Wald - Unterschiede in verschiedenen Sukzessionsstadien. (Foto: Nils Hinkel, thüringische Verwaltungsstelle UNESCO-Biosphärenreservat Rhön)

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