Rhön - 01.04.2019Biosphärenreservat Rhön

Kleiner Aufwand - große Wirkung: Wie clevere Beleuchtung Energie spart und Insekten schützt

Der Schutz der Artenvielfalt ist den Bürgerinnen und Bürgern wichtig - das hat das erfolgreiche Volksbegehren zur Gesetzesänderung des Bayerischen Naturschutzgesetzes „Rettet die Bienen!“ eindrucksvoll bewiesen. Dass einer der Änderungsvorschläge (Punkt 5) „Himmelstrahler und Beleuchtungsanlagen“ aufgreift, erstaunt vielleicht auf den ersten Blick. Jedoch kann künstliche Beleuchtung im Außenbereich weitreichende Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt haben: Viele Insekten werden durch unnötiges Streulicht und ungünstige Wellenlängen angelockt, verenden und fehlen sowohl als Bestäuber als auch als Nahrungsquelle im Ökosystem. Zugvögel sind durch starke Lichtquellen oft desorientiert und vergeuden wertvolle Energie auf Umwegen. Auch Pflanzen wie Straßenbäume leiden unter Lichtverschmutzung.

Ein großer Teil der Lichtverschmutzung geschieht jedoch aus Unwissen und ist vermeidbar. Aus diesem Grund hat die Bayrische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön am 1. März 2019 allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern im UNESCO-Biosphärenreservat die Broschüre „Nachhaltige Außenbeleuchtung – Informationen und Empfehlungen für Industrie und Gewerbe“ ausgehändigt. Diese ist im vergangenen Jahr vom Land Hessen, in Zusammenarbeit u.a. mit dem Sternenpark Rhön, erarbeitet worden.

Die Broschüre erläutert die Auswirkungen von Lichtverschmutzung auf die menschliche Gesundheit, den Arten- sowie den Klimaschutz und erklärt die technischen Grundlagen von Licht und Leuchtmitteln. Kernstück aber sind die Praxisbeispiele mit leicht umsetzbaren Anregungen, wie Außenbeleuchtungsanlagen kosteneffizient und zugleich umweltgerecht einsetzbar sind. Denn trotz der Umstellung auf energiesparsame Leuchtmittel wie LEDs, sind der Gesamtverbrauch an Strom und die Erhellung des Nachthimmels in den letzten Jahren gestiegen. Häufig wird jetzt mehr, heller und länger beleuchtet. Daher lautet die einfachste Faustregel für eine intelligente und bedarfsgerechte Steuerung der Beleuchtung: Licht nur dann, wenn es wirklich gebraucht wird, und nur dahin, wo es Nutzen bringt.

Neben den Kommunen des Sternenparks Rhön, der dieses Jahr sein fünfjähriges Bestehen feiert, hat sich im Januar 2019 auch die Stadt Fulda für intelligente Beleuchtung ausgesprochen. Als erste Sternenstadt Deutschlands will sie mittels eigener Lichtsatzung einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und des nächtlichen Sternenhimmels beitragen –  ein Schritt von überregionaler Strahlkraft?

Die Broschüre „Nachhaltige Außenbeleuchtung“ sowie weitere Informationen zu nachhaltiger Beleuchtung finden Sie hier:

https://biosphaerenreservat-rhoen.de/_upl/br/_pdf/broschuere_nachthalitge_lichtnutzung_hess_umweltministerium-1.pdf

Aufbauend auf dieser Broschüre werden die Verwaltungsstellen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Kürze anwendungsspezifische Handlungsempfehlungen für Kommunen, Gewerbe und Privatgelände herausgeben.
 
 

01.04.2019

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