Gersfeld, - 12.03.2019Biosphärenreservat Rhön

„Auswirkungen des Extremsommers 2018 auf die Fischfauna in hessischen Fließgewässern

Vortrag von Christoph Dümpelmann im Aquarien- und Terrarienverein „Scalare“ Fulda am 20.02.2019

Zu einer gut besuchten Informationsveranstaltung des Biosphärenreservats trafen sich rund 50 naturkundlich und fischereilich Interessierte.

 

Der Fischereibiologe Christoph Dümpelmann stellte anhand von Wetter- und Klimadaten dar, in welcher Weise das vergangene Jahr 2018 tatsächlich ein „extremes“ Jahr war und verglich diese Daten mit denen der letzten 50 Jahre. Hierbei wurde deutlich, dass das Niedrigwasser des vergangenen Jahres der im langjährigen Mittel extrem niedrigen Wasserbilanz geschuldet war. Bereits das Frühjahr war zu trocken und zu heiß, es folgte ein extremer Hitzesommer. Hohe Temperaturen und geringe Niederschläge führten dazu, dass viel Fließ- und Stillgewässer austrockneten oder extrem niedrige Wasserstände aufwiesen.

Betrachtet wurden die Folgen der niedrigen Wasserstände hinsichtlich ihrer physikalischen und biologischen Auswirkungen auf das Wasser und die Fischfauna. Dabei sind die beiden Kernparameter Wassertemperatur und Sauerstoff entscheidend für das Wohlergehen und die Entwicklung der meisten Fischarten. So führt eine steigende Gewässertemperatur zu einem geringeren Sauerstoffgehalt.

An charakteristischen Beispielen wurde an verschiedenen hessischen Fischarten aufgezeigt, welche Arten unter den Bedingungen des Jahres 2018 besonders litten. Probleme hatte z. B. Bachforelle und Äsche, die sauerstoffreiches Wasser und eher kühle Temperaturen bevorzugen. Hohe Verluste gab es insbesondere bei den ausgewachsenen größeren Fischen in den Gewässern, die dank der niedrigen Wasserstände zur leichten Beute für Kormoran, Waschbär und Fuchs wurden. Viele Arten haben aber auch von den besonderen Verhältnissen profitieren können. Kleinfische haben sich rekordverdächtig vermehrt und durch schnelles Wachstum profitieren können. Beispielhaft genannt wurden die Hasel und der Schneider. Vermutlich kamen diesen Kleinfischarten die Verluste bei den größeren Raubfischarten zu gute. Auch die Karpfenfische wie die Barbe haben profitieren können.

Auch verwies der Referent darauf, dass Fließgewässer durchaus solche Extremjahre kompensieren können, sofern das Phänomen nicht zu einer dauerhaften Erscheinung wird. Hingewiesen wurde auch auf die höheren Schadstoffkonzentrationen in den Gewässern. Durch die geringeren Wasserstände wurden die diverse Einleitungen weniger verdünnt und führten teilweise zu negativen Beeinträchtigungen des Lebensraums.

Zum Abschluss präsentierte Dümpelmann Daten zur potentiellen Klimaentwicklung, die zeigen, dass es starke Hinweise darauf gibt, dass Wetterextreme wie in 2018 in Zukunft häufiger auftreten werden und dies dann auch langfristige Folgen auf die hessischen Fischbestände haben wird.

12.03.2019

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Foto: Christoph Dümpelmann

Foto: Christoph Dümpelmann

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