27.11.2018Biosphärenreservat Rhön

Grünes Band Thüringen ist Nationales Naturmonument

Der Bereich der ehemaligen innerdeutschen Grenze in Thüringen wurde am Freitag, 09. November 2018, durch die Entscheidung des Thüringer Landtags als Nationales Naturmonument unter Schutz gestellt.

"Ich freue mich sehr, dass wir die Chance genutzt haben und fast 30 Jahre nach der friedlichen Revolution dieses Zeichen setzen. Hier schützen wir wertvolle Erinnerung und kostbare Natur gleichermaßen. Zur Aufarbeitung der SED-Diktatur wird das Grüne Band einen wichtigen Beitrag leisten – gemeinsam mit den Erinnerungsstätten und Grenzlandmuseen“, erklärt die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund in einer Presseinformation.

Mit einer Länge von 763 Kilometern hat Thüringen den mit Abstand größten Anteil am Grünen Band Deutschlands (1393 km). Rund 115 Kilometer sind Bestandteil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön.

Über Jahrzehnte war die Fläche zwischen dem ehemaligen Kolonnenweg und den alten Bundesländern, ein zwischen 50 bis 200 Meter breiter Gürtel, weitestgehend extensiv landwirtschaftlich bzw. forstlich genutzt. Daher stellt das Grüne Band, das verschiedene Biotoptypen miteinander vernetzt, naturschutzfachlich eine wahre Schatzkammer der Artenvielfalt dar. Zahlreiche, in ihrem Bestand stark bedrohte oder seltene Tierarten, wie der Schwarzstorch und das Braunkehlchen, haben im Schatten des Kalten Krieges ein bedeutendes Rückzugsgebiet gefunden. Seltene Pflanzen, die in anderen Teilen Deutschlands kaum noch vorkommen, wie einige Orchideenarten, sind hier zu Hause.

Das Nationale Naturmonument beinhaltet den Kernbereich und damit das Rückgrat des Grünen Bandes Thüringen. Es umfasst eine Gesamtfläche von rund 6 500 Hektar.

Hintergrund:

Kai Frobel und Hubert Weiger waren Initiatoren des Ende 1989 im fränkischen Hof stattgefundenen ersten gesamtdeutschen Treffens von Naturschützern aus Ost und West. Hier wurde die Idee des Grünen Bandes Deutschland geboren. Im Jahr 1990 griff der damalige Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer diese Idee auf und stellte fest: „Im ehemaligen Grenzbereich sind besondere Anstrengungen geboten, um möglichst viele natürliche und naturnahe Flächen als Grünes Band – als das Tafelsilber der deutschen Einheit – zu erhalten“.

Die Schutzgebietskategorie Nationales Naturmonument wurde im Jahr 2009 in das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) aufgenommen. Danach sind Nationale Naturmonumente schützenswerte Gebiete, die aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen und wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von herausragender Bedeutung sind. Nationale Naturmonumente sind rechtlich wie Naturschutzgebiete geschützt. Die Besonderheit eines Nationalen Naturmonumentes liegt in der untrennbaren Verbindung des Naturschutzes mit dem Erhalt einer Landschaft oder Region aus kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen.

Das Gesetz hebt hervor, dass Erinnerungskultur und Naturschutz im Naturmonument gleichrangig sind. Die Einrichtungen der Erinnerungskultur sollen als Teil des Grünen Bandes Thüringen unterstützt werden, sei es bei Forschung, Dokumentation, Besucherinformation und aktiver Erinnerungsarbeit zur SED-Diktatur an authentischen Orten.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.naturmonument.thueringen.de

27.11.2018

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