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Handlungsempfehlungen des Biosphärenreservat Rhön für nachhaltige Beleuchtung

 Nachtschutz = Insektenschutz = Artenschutz!

Der natürliche Wechsel von hell/Tag und dunkel/Nacht ist der grundlegendste Rhythmus jeglichen Lebens und ein wichtiges Element funktionierender Ökosysteme. Unterbrechungen bedeuten immer eine Störung. Licht bei Nacht sollte daher so belastungsarm und emissionsfrei wie möglich eingesetzt werden. Dies auch vor dem Hintergrund des Energieeinsparungspotenzials bei besserer Planung.

Durch aktuelle Forschungsergebnisse über den dramatischen Rückgang der Insekten im letzten Jahr rückt das Thema Lichtverschmutzung zudem als eine der Hauptursachen in den Fokus, beispielsweise im Eckpunktepapier der deutschen Bundesregierung.

Die Handlungsempfehlungen des Sternenpark im Biosphärenreservat Rhön umfassen im Wesentlichen die Parameter Lichtlenkung, Lichtmenge und Lichtfarbe und berücksichtigen einschlägige Normen wie z.B. die technische Regeln für Arbeitsstätten. Sie basieren u.a. auf Vorgaben aus der Broschüre „Nachhaltige Beleuchtung“ des hessischen Ministeriums für Umwelt

In Anbetracht der Dringlichkeit des Problems ist eine Berücksichtigung der Empfehlungen für umweltfreundliche und verantwortungsvolle Beleuchtung schnellstens bei Planungen, Umsetzungen, Stellungnahmen und Gutachten erforderlich. Hierzu sind großflächig angelegte Sensibilisierungsmaßnahmen wie bei Naturschutzbehörden, -einrichtungen und –verbänden, Bauämtern, Umweltzentren, Elektrikern, Lichtplanern etc. notwendig.

Wir bitten Sie um breitflächige Anwendung und Umsetzung der Empfehlungen in Ihren Arbeitsbereichen mehr

Öffentliche Beleuchtung

  • voll abgeschirmte Leuchten im waagrecht montierten Zustand (Lichtlenkung), Lichtstärkeklasse G6
  • planes statt gewölbtes Abdeckglas
  • dichtes Leuchtengehäuse
  • warmweiße Farbtemperatur: nicht mehr als 3000 Kelvin, um Blauanteil gering zu halten; besser noch: Amber LED 2200 K ohne Blauanteil
  • Normwerte nicht überschreiten bzw. niedrigste mögliche Beleuchtungsklasse bei DIN-EN 13201-Beleuchtung
  • Reduzierung der Lichtverschmutzung: Dimmen durch Leistungsreduzierung, Teil- oder vollständige Abschaltung
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Anstrahlung von Denkmälern und Kirchen

  • Beleuchtung nur bei besonderen Anlässen
  • Eine Leuchtdichte von 2 cd/m² soll nicht überschritten werden
  • akzentuierte bzw. begrenzte statt flächige Anstrahlungen
  • exakte Lichtlenkung mit kleinen Abstrahlwinkeln und Abschirmung mit Reflektoren, Abblendklappen, Gitterblenden
  • Projektions- oder Gobo-Techniken vermeiden Blendung und fehl gelenktes Licht
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Sportplätze, Gewerbegebiete, Parkplätze

  • horizontale Montierung von asymmetrischen Planflächenstrahlern (0 % ULOR)
  • bedarfsorientierte Schaltung
  • geringe Leuchtstärken von max. 75 Lux (Klasse III)
  • nur warmweißes Licht mit max. 3000 K Farbtemperatur
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 Werbebeleuchtung

  • nur von oben nach unten anstrahlen
  • zeitliche Begrenzung
  • helle Schrift auf dunklem Grund
  • geringe Leuchtdichten vermeiden Blendung
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Private Außen- und Gartenbeleuchtung

  • voll abgeschirmte Wand- u. Gehwegleuchten
  • Bewegungsmelder gut gerichtet montieren
  • warmweißes Licht, geringe Lichtpunkthöhe
  • Gartenbeleuchtung möglichst vermeiden, da schädigende Wirkung auf Pflanzen, Insekten als Bestäuber und auf tagaktive Lebewesen
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