Oberbach

Man blickt von südwestlicher Richtung auf die Siedlung Oberbach, die der Marktgemeinde Wildflecken angehört. Im Hintergrund ist der markante Gipfel des Löserhags zu erkennen. Die Kirche von Oberbach steht abseits vom Ortskern. Der Ortskern, der den Siedlungskern aus den Gründungszeiten Anfang des 16. Jahrhunderts enthält, befindet sich um die Rhönstraße. Oberbach wurde zunächst als Straßendorf angelegt. Die zu der Rhönstraße zeigenden Hausgiebel an der Rhönstraße erinnern an die ursprüngliche Dorfform. Später entwickelte sich die Ortschaft zu einem Haufendorf. Oberhalb der Ortschaft ist auf dem historischen Bild zu sehen, dass die unteren, steilen Hänge des Löserhags als Ackerflächen genutzt wurden. Es handelte sich um sogenannte Gewannfluren, die von senkrechten schneidenden Lesesteinwällen geteilt werden. Quer durch die Bildmitte verlief die Bahntrasse der Lokalbahn Jossa-Wildflecken, die im Jahr 1908 eingerichtet wurde. Unterhalb der Bahntrasse zogen sich weitere Streifenfluren in das Tal hinunter. Im Vordergrund des Bildes ist der Hof namens Schummhof abgebildet. Die Offenflächen um den Hof wurden mit Kühen beweidet.

 

Heutzutage bietet sich an der Eckartsrother Straße am Schummhof eine ähnliche Perspektive aus Südwest auf die Siedlung. Die Grundstruktur der Siedlung ist noch zu erkennen. So ragt die Kirche immer noch auf dem Bild rechts von dem größer gewordenen Dorf hervor. Die Häuser reichen weiter in das Tal der Sinn entlang der Eckartsrother Straße hinein. Von der alten Bausubstanz, die auf dem historischen Bild zu erkennen ist, ist kaum noch etwas wieder zu erkennen. Infrastrukturell sind heutzutage zwei Veränderungen zu erkennen. Erstens wurde die Bahntrasse zurückgebaut. Entlang des Bahndammes wurden neue Wohnhäuser errichtet und ein Radweg gebaut, nur der Bahnhof des Ortes ist noch zu erkennen. Links neben der Kirche fällt eine Straßenbrücke auf. Hinter dem Ort führt die Staatsstraße 2289 lang, womit der Verkehr durch das Obere Sinntal nicht durch die Ortskerne geführt wird.

 

Auch die Nutzung der Flächen um die Siedlung herum und hinauf zum Lösershag hat sich verändert. Die Ackerflächen sind wie auf dem Bild zu erkennen dem Grünland gewichen, was auf eine Aufgabe der Landwirtschaft hindeutet. Nur die Lesesteinwälle, die immer noch markant den Berg hinunter führen, deuten auf die frühere landwirtschaftliche Nutzung hin. Entlang der Wälle haben sich Hecken gebildet, die ein besonderes Merkmal der Rhön sind. Die Grünflächen werden von dem Wald eingedämmt, der vom Gipfel des Löserhags vorrückt. Die vorwiegend artenreichen Buchenwälder auf dem Löserhag werden seit etwa 60 Jahren nicht vom Menschen genutzt und sind heute Kernzone im Naturschutzgebiet Schwarze Berge.

Historische Ansicht von Oberbach. im Hintergrund ragt der Lösershag empor (Sammlung Hermann Eckert/Rhönmuseum Fladungen)

Heutiger Blick auf Oberbach (Foto: Matthias Poppe)

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