Abtsroda

Die höchstgelegenste Siedlung der Rhön liegt in Hessen unterhalb der Ausläufer der Wasserkuppe. Vor etwa 1000 Jahren erstmalig erwähnt, liegt dort immer noch die kleine Siedlung Abtsroda. In den höheren Lagen der Rhön finden sich öfters solche Streusiedlungen wie Abtsroda, die sich aus mehreren Einzelhöfen bestehen. Hinter der Siedlung geht es steil empor zu dem Bergmassiv der Wasserkuppe, links ist der Ausläufer „Abtsrodaer Kuppe“. Im Mittelalter wurden die Flächen um die Wasserkuppe gerodet und seitdem als Mähwiesen und Weideflächen verwendet. Ackerbau ist in diesen Höhen nicht mehr möglich gewesen. Stattdessen lebten die Menschen dort eher von der Heugewinnung der Bergwiesen und die Viehhaltung. Kaum ist zu erkennen, inwiefern die Ortschaft an anderen Siedlungen angeknüpft war.

Der heutige Blick auf die Siedlung zeigt uns einige Veränderungen, die in den letzten 90 Jahren passierten. Die Ortstruktur ist kompakter geworden und in der rechten Bildhälfte lässt sich die Landstraße, die nach Poppenhausen führt, erahnen. Ältere Häuser lassen sich kaum erkennen, da weitere neue Häuser erbaut wurden sind. Die blütenreiche Bergwiese im Vordergrund wird nun von Bauern als Viehweide verwendet. Um die Abtsrodaer Kuppe ist der Wald größer geworden, da diese nicht mehr beweidet werden. Dazwischen führen Schneisen mit einem Skilift und einer Skipiste durch. Ein Hinweis darauf, dass der Ort heutzutage vor allem im Bereich des Tourismus ihr Geld erwirtschaftet. Ein prägendes Merkmale des Gebietes erscheint über den Baumwipfeln auf der Wasserkuppe: Das Radom. Militärisch war die Wasserkuppe seit dem Zweiten Weltkrieg ein wichtiges Objekt. Das Radom, eine von fünf Radarkuppeln, zeugt von der militärischen Nutzung durch die Amerikaner zu Zeiten des Kalten Krieges. Der Standort der Wasserkuppe war Teil eines Frühwarnsystems der NATO. Die Kuppel wird heute zur Flugsicherung des Flugverkehrs an der Wasserkuppe genutzt.

Historische Ansicht von Abtsroda (Sammlung Hermann Eckert/Rhönmuseum Fladungen)

Heutiger Blick auf Abtsroda (Foto: Matthias Poppe)

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