Aussicht vom Schloss Bieberstein

Hermann Eckert nahm vor etwa 90 Jahren ein Bild des Biebertals mit umliegenden Bergen der westlichen Kuppenrhön von der Basaltkuppe Bieberstein auf. An dem Aufnahmeort steht das Schloss Bieberstein, was einst von den Fürstäbten aus Fulda als Sommerresidenz genutzt wurde. Von dort schaut man auf die Milseburg, die Wasserkuppe und den Stellberg (von links nach rechts). Im Biebertal selbst waren die Flächen schon jahrhundertlang gerodet und für die Landwirtschaft genutzt wurden, obwohl der Untergrund mit Sandsteinen des Buntsandsteines kaum fruchtbare Erde bietet. Doch war die Landwirtschaft auch noch vor 90 Jahren der Hauptverdienst der Menschen, die dort lebten. Im Bildmittelpunkt ist das Dorf Schackau zu erkennen, schräg rechts dahinter lässt sich noch das Malerdorf Kleinsassen erahnen. Am Fuße der Milseburg haben sich viele Künstler nieder gelassen, um Naturstudien rund um den Berg, der kaum bewirtschaftet wurde und somit sein Aussehen behalten hat, zu betreiben. Auch der Stellberg war im Gegensatz zur Wasserkuppe bewaldet. Ihr weites Plateau ermöglicht eine Beweidung. Auch wenn auf dem historischen Bild das Biebertal recht abgelegen aussieht, so führten Anfang des 20. Jahrhunderts diverse Bahnlinien durch die Rhön, um die Ortschaften besser miteinander zu vernetzten. In der unteren Bildhälfte ist die Bahntrasse der Biebertalbahn oder auch Rhönbahn genannt, zu sehen, deren Bahn von dem Rhönklub initiiert wurde.

Auch heute erhält man noch diesen weiten Ausblick auf das Tal, wenn auf die Kuppe des Biebersteins geht. Man blickt immer noch auf weite landwirtschaftliche Flächen. Nur ist die Landwirtschaft nicht mehr für das wirtschaftliche Erhalten der Menschen notwendig. Es gibt nur wenige Bauern, die im Vollerwerb laut der Gemeinde Hofbieber tätig sind. Viele Flächen werden auch nur noch für die Milchviehhaltung verwendet. Die Verteilung von Offenland und Wald sieht fast so aus wie zum Aufnahmezeitpunkts des historischen Motivs. Die Gemeinde Hofbieber, wozu das Schloss Bieberstein, Schackau und Kleinsassen gehören, achtet bei der Entwicklung bewusst darauf, dass die Orte ihren dörflichen Charakter behalten, da dies von den Anwohnern, aber auch Touristen so wert geschätzt wird. Auf Grund von baulichen Mängeln musste in den 1960er Jahren die Linie der Rhönbahn eingestellt werden. Doch ausgebaute Straßen nach Schackau und das Malerdorf Kleinsassen machen einen Besuch immer noch möglich. Mit dem Rad kann die Gegend heute auf dem Milseburgradweg, der auf der alten Bahntrasse im Vordergrund des Bildes liegt, erkundet werden.

Aussicht vor etwa 90 Jahren vom Schloss Bieberstein (Sammlung Hermann Eckert/Rhönmuseum Fladungen)

Heutige Aussicht vom Schloss Bieberstein (Foto: Doris Heller)

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