Die Wasseramsel - standorttreuer Bewohner klarer Fließgewässer

Die Wasseramsel gehört zu den wenigen Singvögeln, die schwimmen und tauchen können. Sie ist in ihrer Lebensweise eng an klare Fließgewässer angewiesen und jagt bei ihren Tauchgängen Insektenlarven, Bachflohkrebse und andere wirbellose Kleintiere.

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) ist durch ihre kompakte, runde Körperform, den vergleichsweise kurzen Schwanz und den auffällig weißen Brust- und Bauchbereich nur schwer zu verwechseln. Auch das Verhalten der Wasseramsel ist sehr charakteristisch: oft steht das Tier auf aus dem Wasser ragenden Steinen und wippt („knickst“) dabei unruhig mit den Knien. Die Wasseramsel hat ihren Namen von ihrer engen Bindung an Fließgewässer: sie ernährt sich fast ausschließlich von im Wasser lebenden Köcher- und Steinfliegenlarven, Bachflohkrebsen und anderen Kleintieren, die sie schwimmend und tauchend erbeutet.

Wasseramseln sehr standorttreu und bleiben auch im Winter in ihren Brutgebieten. Daher sind sie auch in der kalten Jahreszeit auf eisfreie Fließgewässer angewiesen. Für ihre Jungenaufzucht baut die Wasseramsel ein aufwändiges Kugelnest direkt über ihrem Nahrungsgewässer. Hierfür werden vor allem Wurzelüberhänge am Flussufer genutzt, aber auch unter Brücken finden Wasseramseln oft einen geeigneten Nistplatz.


Enge Bindung an saubere Fließgewässer

Die Wasseramsel dient auch als Zeigerart für hohe Gewässerqualität. Zunehmender Nährstoffeinfluss durch übermäßigen Düngemitteleinsatz führt schnell zu einem Rückgang gewässerbewohnender Kleinlebewesen, die dem Singvogel als Nahrung dienen. Darüber hinaus führen eingebrachte Sedimente zu einer Trübung der Gewässer, was tauchenden Wasseramseln schnell die Sicht und somit den Nahrungserwerb erschwert.

Im Biosphärenreservat Rhön und seinen zahlreichen klaren Fließgewässern kommt die Wasseramsel noch weitgehend flächendeckend vor.

Wasseramsel an einem eisfreien Bach (Bild: T. Gerlach)

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