Der Wachtelkönig – Kleiner König – große Wiese

Der Wachtelkönig ist ein typischer Wiesenvogel. Mit einem lauten crex…crex…crex begrüßt er die Besucher seines Wiesenreiches. Der Ruf steht sowohl Pate für seinen wissenschaftlichen Namen Crex crex als auch für seinen volkstümlichen Namen „Wiesenschnarrer“ oder „Wiesenralle“.

Wachtelkönige sind etwas größer als eine Wachtel. Sie leben, als typische Wiesenvögel, eher versteckt in hoher Gras- und Krautvegetation. Sehen wird man ihn nahezu nie. Durch ihr unauffälliges Federkleid sind die Vögel hervorragend getarnt. Doch sein knarrender Ruf ist besonders auf der „Langen Rhön“ und anderen extensiv genutzten Wiesenflächen  im Biosphärenreservat Rhön gut zu hören. Ihre Rufaktivität ist in der Dämmerung und nachts am stärksten.


Im Mai beginnt in unseren Breiten das Wachtelkönigjahr. Die ersten Männchen kehren in die Brutgebiete zurück. Für die etwas später ankommenden Weibchen sind deren nächtliche Rufreihen ein unüberhörbares Signal, sich in der Gegend niederzulassen. Das Nest wird gut versteckt in der hohen Grasvegetation angelegt.


Nach 16-19 Tagen schlüpfen 6-12 anfänglich schwarze Küken zwischen Anfang Juni und Ende Juli. Nach dem Flüggewerden zwischen Juli und Ende August beginnt der Wegzug in die afrikanischen Winterquartiere.

Die Rhön als Lebensraum für den Wachtelkönig

Da der Wachtelkönig insgesamt wie viele Wiesenbrüter durch Lebensraumverlust stark gefährdet ist, gibt es regionale Schutzprogramme. Hierbei findet die Mahd erst nach der abgeschlossenen Brutzeit ab Mitte August statt. Ferner werden geeignete Lebensräume wieder hergestellt. Ein Verzicht auf Dünung und Pflanzenschutzmittel ist notwendig, um eine artenreiche Nahrungsgrundlage in einer lockerwüchsigen, für den Wachtelkönig begehbaren Pflanzendecke zu fördern.


In der Rhön stellt sich die Situation noch als recht günstig dar. Auf den vielen schwachwüchsigen Grenzertragsstandorten wird meist nur extensive Landwirtschaft mit Heumahd betrieben, sodass sich Naturschutz und Landwirtschaft oft vereinbaren lassen. In guten Jahren sind auf der Langen Rhön bis zu 20 rufende Männchen zu hören.

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