Unterwegs mit dem Ranger - Führung zur Kernzone Schafstein

Wanderungen

12.05.2017 - 14:00 Uhr bis 17:30 Uhr

Der Schafstein mit seiner großen Basaltblockhalde und den uralten Buchen ist ein herausragendes Geotop und eine wichtige Kernzone im Biosphärenreservat. Im Rahmen einer leichten Wanderung erläutert unser Ranger Wissenswertes zu dem Naturschutzgebiet und der umliegenden Kulturlandschaft. Die Streckenlänge beträgt ca. 6 km, dabei werden ca. 120 Höhenmeter überwunden. Der 832m hohe Schafstein ist ein Tafelberg, der leicht nach Süden abfällt. Sein kleinflächiger Gipfel ragt aus der früher zusammenhängenden Basaltmasse der Hohen Rhön heraus. Er stellt den Rest einer älteren Basaltdecke aus stehenden Säulen dar, aus deren eiszeitlichem Zerfall die ihn umgebenden Blockhalden entstanden sind. Durch Frostsprengung in Querfugen wurden die senkrecht stehenden Säulen aus saurem Alkali-Olivinbasalt in Blöcke zerkleinert. Unter den Bedingungen des Tundraklimas war der Boden bis in die Tiefe gefroren. Er taute nur in den Sommermonaten oberflächlich auf, wo er mit Wasser schnell übersättigt war, so dass selbst auf nur gering geneigten Hängen Gesteinsmaterial weit hangabwärts verfrachtet wurde und zur heutigen Ausdehnung der Blockhalden führte. Dieser Prozess fand im Eiszeitalter sein Ende, da in der klimatisch wärmeren Folgezeit das bewegende Eis in den Zwischenräumen weitgehend verschwand.
Hohe nacheiszeitliche Niederschläge ließen keine Anreicherung von Bodenmaterial in den Gesteinszwischenräumen zu, so dass die Blockhalde waldfrei geblieben ist. Sie weist stellenweise eine Mächtigkeit von über 35 m auf. Die Blockhalde am Nordhang ist mit 3,6 Hektar die größte in der gesamten Rhön.
Zur Eisbildung in der Steinhalde führt auch heute noch eine besondere Luftzirkulation, bei der im Verlauf der Wintermonate kalte Außenluft tief in den Untergrund der Halde eindringt. Dort wird sie erwärmt, steigt in den Gesteinszwischenräumen auf und tritt schließlich am Haldenkopf aus. Die Luft kondensiert an den kalten Oberflächen der Steine, setzt dabei zunächst Wärme frei und bildet beim Abkühlen vor allem im unteren Teil der Halde Eis.
Im Sommer bewirkt der große Temperaturunterschied zwischen Haldeninnerem und der Außenluft eine starke Luftströmung durch die Klüfte der Blockhalde. Durch den Kaltluftausstrom am Haldenfuß entsteht ein Kamineffekt am Haldenkopf. Warme Luft wird angesaugt, kühlt sich ab, wird dadurch schwerer und sinkt im Laufe der Abkühlung in den großen Gesteinszwischenräumen nach unten, bis sie schließlich selber am Fuße austritt. Durch diesen Luftstrom im Sommer schmilzt der Eiskern durch Verdunstung weitgehend dahin. Die dabei entstehende Verdunstungskälte verstärkt den Temperaturgradienten zwischen Halde und Umgebung.

Der Schafstein ist seit 1985 auf einer Fläche von 127 Hektar Naturschutzgebiet. Die durch besonders alte Baumbestände aus Buche, Esche, Bergahorn, Sommerlinde und Ulme geprägten Plateau- und Hangbereiche sind neben den Halden auf einer Fläche von 77 Hektar zusätzlich Kernzone im Biosphärenreservat Rhön. Hier soll die Natur sich ungestört und ohne menschliche Nutzung entwickeln. Abgestorbene Baumriesen sind als Brutholz für Pilze, Insekten und viele Kleinlebewesen überlebenswichtig. Baumhöhlen werden von einigen Vogelarten, Säugetieren und Insekten als Zuflucht oder Wohnstätte benötigt. Die Vorkommen von besonders seltenen Flechten und Moosen auf dem Schafstein haben europaweite Bedeutung.

Die Vegetation auf den Gesteinsblöcken ist trittempfindlich. Aus den Kronen der alten Bäume können insbesondere bei Wind und Schneelast Äste abbrechen. Bitte bleiben Sie deshalb zu ihrem eigenen Schutz und zur Schonung der Vegetation auf den markierten Wegen. Betreten auf eigene Gefahr!

Der Schafstein ist Bestandteil des geologischen Lehrpfads Wasserkuppe, der auf der Extratour „Guckaisee“ verläuft und am Deutschen Segelflugmuseum beginnt. Er ist durch die Rhönrundwege Reulbach 12 und Wüstensachsen 2 erschlossen. Von den Wanderparkplätzen auf der Wasserkuppe ist er in einer halben Stunde zu Fuß zu erreichen. Vom Aussichtspunkt auf der Nordseite sieht man bis zur Milseburg in die Kuppenrhön, am Südrand schaut man weit ins Ulstertal.
Veranstaltungsort:
Groenhoff-Haus, Verwaltungsstelle Biosphärenreservat
Wasserkuppe 8
36129 Gersfeld (Hessen)
Kosten:
kostenfrei
Veranstalter:
Biosphärenreservat Rhön
Wasserkuppe 8
36129 Gersfeld
Tel.: 06654-9612-0
Fax: 06654-9612-20
vwst@brrhoen.de
http://www.brrhoen.de
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