Der Schwarzspecht – ein Pionier des Waldes

Der Schwarzspecht baut unter den Spechten die größten Höhlen und erschließt als Pionier des Waldes vielen anderen Höhlenbrütern wie Hohltaube, Waldkauz, Raufußkauz, Dohle und für den Baummarder den Wald. Weitere Nachmieter sind Star, Siebenschläfer, Fledermäuse, Hornissen und Wildbienen.

Der größte europäische Specht ist der Schwarzspecht (Dryocopus martius). Er erreicht die Grösse einer Krähe. Ihn zeichnet ein glänzend schwarzes Gefieder aus. Die Federn des männlichen Vogels sind auf dem Oberkopf leuchtend rot gefärbt, während sich diese Rotfärbung beim Weibchen nur am Hinterkopf befindet.

Schwarzspechte brüten in Nadel- und Mischwäldern, wo sie in starken Baumhölzern jährlich ihre Höhlen neu errichten. Schwarzspecht Männchen und Weibchen legen gemeinsam die Bruthöhle an. Der männliche Vogel beteiligt sich am Brutgeschäft. Wenn während der Nacht das Männchen brütet, übernachtet das Weibchen in oft weiter vom Brutbaum entfernt liegenden Höhlen.

Der Schwarzspecht lebt während des Frühjahrs, Sommers und Herbstes vor allem von holz- oder totholzbewohnenden Insekten, deren Gänge und Nester mit wuchtigen Schlägen freigelegt werden. Im Spätherbst und Winter werden vor allem die Nester von Waldameisen aufgesucht, deren Haufen er öffnet und ausbeutet.

 

Die Rhön als Lebensraum für den Schwarzspecht

Der unter Naturschutz stehende Schwarzspecht besiedelt auch die größeren Waldgebiete im Biosphärenreservat Rhön. Ein Brutpaar benötigt in Mitteleuropa eine Waldfläche von ca. 250 – 400 ha. Deutschland beherbergt den zweitgrößten Brutbestand Europas und trägt damit eine besondere Verantwortung für die Art.

Schwarzspecht (Foto: H.-J. Fünfstück, piclease.com)

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