Die Schleiereule – ein nächtlicher Jäger mit scharfen Ohren und Augen

Die Schleiereule (Tyto alba) gehört zu den weltweit am weitesten verbreiteten Eulen. Sie lebt auf fünf Kontinenten. In der Dämmerung beginnen sie mit ihrer Jagd auf kleine Nagetiere (Wühl-, Spitz- und Langschwanzmäuse).

Schleiereulen haben das typische Aussehen der Eulen. Die Augen auf ihrem runden Kopf blicken nach vorne und sitzen nicht wie bei vielen anderen Vögeln seitlich am Kopf. Sie haben die typische, herzförmige, weiße Zeichnung im Gesicht, dem Gesichtsschleier.

Die Schleiereulen leben normalerweise in Felsregionen. Da sie aber so genannte „Kulturfolger“ sind, halten sie sich auch in menschlichen Siedlungen auf und besiedeln dort Scheunen, Türme und alte Gebäude. Mit der Verschließung und Sanierung von Kirchen und anderen Gebäuden wird ihnen das Eindringen in diese geschützten Plätze inzwischen oft verwehrt. Da Schleiereulen unter Naturschutz stehen, wurden ihnen durch den Menschen in der Vergangenheit vermehrt wieder geeignete Brutplätze zur Verfügung gestellt, um die Populationen zu stärken.

Die Schleiereule macht in der Dämmerung und nachts vor allem Jagd auf kleine Säugetiere. Die Gewölle der Schleiereule liefern für den Säugetierkundler wertvolle Hinweise auf die Kleinsäugerfauna des von ihr bewohnten Gebietes. Die Schädel der Kleinsäuger sind in den Gewöllen meistens gut erhalten und lassen damit eine Bestimmung der Arten zu. Somit sind Schleiereulen für die Faunistik wertvolle „Helfer“.
Die Balz der Vögel beginnt in Mitteleuropa meistens im März. Ab der ersten Eiablage wird gebrütet, wodurch Größenunterschiede bei den Jungen nachweisbar sind. Die Brutdauer beträgt ca. 30 – 34 Tage.
Beide Altvögel füttern die 4 bis 7, manchmal sogar bis zu 12 Jungtiere. Die hohe Anzahl von Jungen wird besonders dann nachgewiesen, wenn hohe Feldmausdichten beobachtet werden. Die Reproduktionsrate der Eule hängt somit stark von der Häufigkeit hoher Feldmausdichten in den einzelnen Jahren ab.

Schleiereulen können ziemlich alt werden (15-20 Jahre). Allerdinge sind es nur wenige einzelne Tiere, die ein so hohes Alter erreichen. Die meisten werden gerade mal 4 Jahre alt.

 

Die Rhön als Lebensraum für die Schleiereule


Durch die Zerstörung ihres Lebensraumes, den Einsatz von Giften zur Bekämpfung von Nagetieren in der Landwirtschaft sowie die Sanierung von Altbauten sind die Bestandszahlen der Schleiereule rückläufig. Schleiereulenschutz hat sich in den vergangenen Jahren besonders auf den besseren Zugang der Vögel in Gebäude, insbesondere in Scheunen, Ställe und Dachböden konzentriert. Auch das Anbringen von entsprechenden Nisthilfen an Gebäuden ist ein Beitrag zum Vogelschutz.

Im Biosphärenreservat Rhön sind Brutnachweise aus verschiedenen Ortschaften bekannt; auch hier ist ein Rückgang an Bruten in den letzten Jahren festzustellen. In vielen Gebieten haben Schutzmaßnahmen, Bruthilfen und erfolgreiche Wiederansiedlungen zur Erholung der Bestände geführt.


Die Eingriffe in die Lebensräume der Schleiereule lässt sich nicht durch die Schaffung geeigneter Nisthilfen kompensieren. Die Schleiereule profitiert ferner von Neuanlagen von Hecken und dem verstärkten Schutz der verbliebenen Streuobstwiesen.

Schleiereule (Foto: J.Holzhausen, BR Rhön)

Nistplatz für die Schleiereule (Foto: J.Holzhausen, BR Rhön)

Jungvögel im Nistkasten (Foto: J.Holzhausen, BR Rhön)

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