Dreienberg bei Friedewald

Der "Dreienberg bei Friedewald" stellt naturräumlich den nördlichsten Ausläufer der Vorder- und Kuppenrhön dar. Nach Norden grenzen Fulda-Werra-Bergland mit dem Seulingswald und nach Westen das Fulda-Haune-Tafelland an. Der Dreienberg bildet mit dem Landecker Berg die Wasserscheide zwischen den Flüssen Werra und Fulda.

Der Kalkberg sitzt auf einer Sandsteinplatte auf und hat die Form eines Tafelberges mit einer fast ebenen Hochfläche. Die Hänge fallen nach allen Seiten steil ab. Das Plateau und die Seitenflanken sind mit Kalkbuchenwäldern der Waldtypen Perlgras-Buchenwald, Platterbsen-Buchenwald und Orchideen-Buchenwald bewachsen.

Das Gebiet wurde 1986 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Lediglich die Hälfte des Landesforstes wurde aus der Nutzung genommen. Mit der Einrichtung einer Kernzone des Biosphärenreservates wurde dann der gesamte landeseigene Wald mit 243 ha der Natur zurückgegeben. Seit dieser Zeit kann sich dort die Natur wieder unbeeinflußt vom Menschen zum Urwald entwickeln. Dort dürfen nun die Bäume alt werden, bis sie in sich zusammenbrechen. Schwarzspecht Hohltaube, Dohle, Käuze, Wildbienen und der scheue Schwarzstorch finden optimale Lebensräume.

Der Dreienberg ist die größte Kernzone neben dem nicht zugänglichen Harderwald im Truppenübungsplatz Wildflecken im hessischen Teil des Biosphärenreservates Rhön. Der Dreienberg Wald ist umrahmt von weiteren seltenen Vegetationseinheiten, die durch menschliche Bewirtschaftung wie extensive Beweidung und Ackerbau entstanden sind, nämlich Kalkmagerrasen und Kalkäcker.

Die NABU-Gruppe betreibt seitdem dort wieder die historische Dreifelderwirtschaft mit umwerfendem Erfolgt: 80 Ackerwildkräuter, 15 Arten der "Roten Liste", haben wieder einen Lebensraum gefunden. Ackerkohl (Conringia orientalis), Finkensame (Neslia paniculata), Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) u. a. sind hochgradig vom Aussterben bedroht.

Große Teile wurden in Kalkmagerrasen überführt und seitdem von einer Wanderschafherde gemischt mit Ziegen, beweidet. Seltene Pflanzen wie Bienenragwurz, Fliegenragwurz, Pupurrotes Knabenkraut, Österreichischer Lein, Weiße Braunelle u. a. entwickeln sich seitdem prächtig. Durch die regelmäßige Beweidung werden die Kalkmagerrasen kurz gehalten. Nur so wird die im Biosphärenreservat einmalige Artenvielfalt erhalten.

Ausgehend von 3 Wanderparkplätzen kann das einmalige Schutzgebiet über den Panoramaweg begangen und erlebt werden. Der fast ebene Weg führt rund um den Berg vorbei an den Grundmauern der Dreienburg. Durch die fabelhafte Aussicht hierüber zum "Landecker" und zu den Kuppen der Rhön, dem Thüringer Wald und weit in das Hessische Bergland ist der Dreienberg ein beliebtes Wanderziel. Erleben auch Sie dieses wunderbare Schutzgebiet.


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