Das Rote Moor

Das eigentliche Moor hat als Kernzone des Biosphärenreservats (seit 1997) eine Fläche von 103 ha, das gesamte Naturschutzgebiet weist sogar eine Fläche von 315 ha auf (seit 1979). Die Entstehung des Moores begann nach der letzten Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren. Hohe Niederschlagsmengen von über 900 Millimetern pro Jahr begünstigten das Torfwachstum, so dass sich aus einem anfänglichen Niedermoor dann über die Jahrtausende hinweg ein uhrglasförmig gewölbtes Hochmoor entwickeln konnte.

Durch eine 175 Jahre andauernde Abtorfung für die umliegenden Kurorte der Rhön wurde der Hochmoorkörper jedoch bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts stark geschädigt.

Nur die Randbereiche blieben weitgehend ungestört und bieten heute einen spannenden Einblick in die besondere Flora uns Fauna eines Hochmoores.

Schon ab 1979 begannen umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen, mit denen es gelang, die weitere Entwässerung der Moores zu verhindern und in Teilbereichen neues Moorwachstum zu initiieren.

Die Vegetation im verbliebenen Hochmoor ist geprägt von Torfmoosen wie dem roten Magellans Torfmoos, dem Spieß-Torfmoos, dem Rundblättrigen Sonnentau und dem Fettkraut. Insbesondere fleischfressende Pflanzen wie der Sonnentau sind ganz besondere Arten, die man nur hier im Moor finden kann.

Auf dem Randgehänge des Moores wachsen bei Nebel fast mystisch wirkende Karpatenbirkenwälder mit Untergehölzen aus Besenheide, Heidelbeere und Rauschbeere.

Die anschließende Niedermoorzone ist geprägt von Kleinseggenrieden, Feuchtwiesen mit Trollblumen und Borstgrasrasen. Auch die bedrohte Moosbeere, Krähenbeere und Purpur-Reitgras wachsen hier.

Zur Fauna des Roten Moores zählen über 36 Säugetierarten, darunter absolute Raritäten Sumpf- und Alpenspitzmaus, Baummarder und sechs Fledermausarten. Zur heimischen Vogelwelt zählen das leider sehr selten gewordene Birkhuhn und die Waldschnepfe.

Auch Zwergschnepfe und Bekassine haben hier ein letztes Rückzugsgebiet gefunden. Insgesamt sind über 120 Vogelarten hier zu finden. Große Bedeutung hat das Moor auch für bedrohte Falterarten, Amphibien und Libellen.

Vom NABU-Haus am Roten Moor ausgehend bietet ein barrierearmer Bohlenpfad mit Aussichtsturm sowie der 10 km lange Rhön-Rundweg Moordorf ganz besondere Naturerlebnisse und Eindrücke von diesem Lebensraum.

 

 


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