Rote Waldameise

Kurzsteckbrief Rote Waldameise (Formica rufa)


Die Rote Waldameise gehört zu der Insektenordnung Hautflügler und ist somit nah mit den Bienen und Wespen verwandt. Die Ameise kommt von der Iberischen Halbinsel bis zum Baikalsee in Russland vor und ist auch in Kleinasien und im Kaukasus zu finden. In Deutschland sind die Roten Waldameisen und ihre Nester laut der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Der Kopf und ihr Vorderleib sind überwiegend rot gefärbt, der Hinterleib, die Beine und die Oberseite des Kopfes sind überwiegend schwarz. Wie alle Ameisenarten ist sie ein staatenbildendes Insekt mit einigen hundert geflügelten Königinnen, die 9 – 11mm groß werden und als einzige Weibchen Eier legen, und einige tausend flügellose unfruchtbare Arbeiterinnen, die die Töchter der Königinnen sind, 4,5 – 9mm groß sind und nach einer ausgeprägten Arbeitsteilung Arbeiten wie die Bewachung des Staates, Nahrungsbeschaffung und Brutpflege übernehmen. Die geflügelten, 9 – 11mm großen Männchen sieht man nur im Juni, wenn diese die Jungköniginnen im Hochzeitsflug begatten. Die Königinnen können bis zu 20 Jahre alt werden und befruchten ihre Eier mit dem Samen, den sie in einer Samentasche ihr Legen lang aufbewahren. Bei der Roten Waldameise überwintern die Königinnen und die Arbeiterinnen und ab März legen die Königinnen Eier, aus denen sich zunächst die nächste Generation Jungköniginnen und später die nächste Generation Arbeiterinnen entwickeln. Die Rote Waldameise ernährt sich vor allem von Insekten, Larven, Raupen, Spinnentieren und Kadavern. Von Schild- und Blattläusen erbettelt sie Honigtau und hält diese wie Milchkühe und beschützt sie auch vor Fressfeinden. Sie verbreitet den Samen des Lerchensporns und schleppen selbst größere Tiere, wie beispielsweise eine tote Maus, gemeinsam in ihr Nest. Im Angriffsverhalten beißen die Waldameisen ihren Feind mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen und spritzen Säure in die Wunde.

 

Die Rhön als Lebensraum

 Für den Nestbau suchen sich die Tiere einen alten, morschen Baumstumpf in und um den sie immer mehr Nadeln, kleine Äste und Moos schichten, um ständig ihr Nest zu vergrößern. Daher besiedeln sie gut besonnte Stellen am Waldrand von Laub- und Nadelwäldern aller Art. Im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön sind sie am liebsten in Fichtenwäldern, an sonnigen Plätzen.

Rote Waldameisen auf ihrem Nest (Foto: Uwe Steigemann, BR Rhön)

Nest der Roten Waldameise (Foto: Uwe Steigemann, BR Rhön)

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