Gersfeld - 09.11.2015Biosphärenreservat Rhön

Was ist am Rhöner Nachthimmel los?

Nächte ohne Licht aus Strom,
wünscht sich jeder Astronom …

… und auch für den November gilt: „Licht aus, wenn’s zum Sternegucken geht!“ Zum Monatsbeginn bieten uns noch einmal die Sonnenkinder Venus, Mars und Jupiter ein herrliches Gruppenbild im Reich von Löwe und Jungfrau, am besten am 7.11. etwa um 6 Uhr morgens, zusammen mit der schmalen Mondsichel. Zehn Tage bzw. Nächte später entdeckt vielleicht der eine oder andere Sternenfreund in derselben Himmelsgegend Sternschnuppen der sog. Leoniden, am besten ebenfalls frühmorgens.

Ansonsten funkelt die Nacht, wenn sie klar ist und frei von menschlichem Lichtmüll, während der späten Abendstunden im Licht der Milchstraße, die von Ost nach West verläuft. Den Zenit schmücken vor allem ihre strahlenden Sternbild-Mitglieder Fuhrmann, Perseus, Andromeda und Kassiopeia. Bis zu unserer Nachbargalaxie Andromeda, als Nebelfleckchen erkennbar, reicht unser Blick, fast 3 Millionen Lichtjahre weit. Etwas weiter östlich, wo Kassiopeia und Perseus sich berühren, schimmern nahe beieinander zwei Sternhaufen, die zu den schönsten gehören, die ein Fernglas erfassen kann.


Da ist es gut, einmal innezuhalten und sich vorzustellen, welch unfassbare Vielfalt von Lichtern da oben leuchtet: Sterne, die viel kleiner sind als unsere Sonne, und solche wie Beteigeuze im Orion, die mehr als 600-mal so groß sind. Sterne mit viel weniger Licht als die Sonne, und Sterne wie Deneb im Sternbild Schwan mit 250 000-facher Leuchtkraft der Sonne. Sterne, deren Licht „nur“ 8 Jahre bis zur Erde braucht (Sirius), und Sterne wie Almaaz im Fuhrmann, dessen fast 3000 Jahre altes Licht uns derzeit erreicht. Es gibt weiße Sterne (z.B. Sirius), blaue (z.B. die Orion-Gürtelsterne), gelbe (z.B. Mirfak, der hellste im Perseus) und rote Sterne (z.B. Aldebaran im Stier).


Die Sternbilder, die wir davon ableiten, bestehen in Wirklichkeit aus Sternorten, die von der Erde aus gesehen halt so ein „Bild“ ergeben. Wollte man aber z.B. Kassiopeia, das Himmels-W, von einem andern Stern aus finden, ergäbe sich ein ganz anderes Bild – oder gar keins. Die fünf Sterne sind nämlich ganz unterschiedlich weit von uns entfernt (55, 100, 240, 450 und 600 Lichtjahre) und räumlich völlig anders verteilt als ein W.


Trotzdem dürfen wie Erdlinge natürlich „malen“, was uns dazu einfällt – und uns auch schon jetzt auf Winterbilder freuen, die von Osten her immer höher steigen: Widder und Stier sind fast schon mitternächtliche Stammgäste. Orion, die Zwillinge und der Große Hund mit Sirius, dem hellsten aller frei sichtbaren Sterne, werden bis Monatsende folgen.

Mehr Infos zum Sternenpark Rhön gibt es hier...


Erlebnisreiche Sternstunden wünscht
Euer Sterngucker Roland Müller


P.S.: Solltet ihr ab und zu einen hell glänzenden, langsam von W nach O ziehenden „Stern“ sehen, ist es die Raumstation ISS, fast 450 km entfernt und fast 28.000 km/h schnell.

 

09.11.2015

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Hohe Geba mit Licht - Foto: Roland Müller

Orion und großer Hund Südhimmel Fladungen - Foto: Stefan Brähler

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