Oberelsbach - 17.03.2015Biosphärenreservat Rhön

Gemeindeportrait Bastheim im Erweiterungsgebiet des Biosphärenreservats

Im Juni 2014 traf der Internationale Koordinierungsrat der UNESCO eine weitreichende Entscheidung: Er genehmigte die Erweiterung des seit 1991 bestehenden UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Im bayerischen Teil gehören jetzt weitere 22 Kommunen dazu. Das sind 58.113 Hektar Erweiterungsfläche. Die Initiative zu diesem „Beitritt" ging wesentlich von den Kommunen selbst aus. Sie versprechen sich davon positive Entwicklungsimpulse. Denn in Biosphärenreservaten geht es um die Natur UND den Menschen. Ein harmonisches Miteinander stärkt das Ganze.

Wir möchten an dieser Stelle die Gemeinde Bastheim v. d. Rhön vorstellen:

Drei Fragen an Anja Seufert, Bürgermeisterin von Bastheim seit Mai 2008

Seit dem Sommer 2014 gehört Ihre Kommune zum Biosphärenreservat Rhön. Vorausgegangen ist ein komplexer Abstimmungs- und Entscheidungsprozess auf mehreren Ebenen. Gehörten Sie dabei zu den „Treibern" oder musste man Sie und Ihre Gremien erst überzeugen?

Im November 2005 erklärte sich der Bastheimer Gemeinderat einstimmig mit der Erweiterung des Biosphärenreservates Rhön auf die Grenzen des bestehenden Naturparks einverstanden. Als Begründung wurde angeführt, dass die Bezeichnung „Biosphärenreservat" ein weltweit anerkanntes Qualitätssiegel ist, aber nicht mit gesetzlichen Auswirkungen gerechnet werden muss. So haben insbesondere auch die Grundstückseigentümer keine negativen Folgen zu erwarten. Da Bastheim keine Flächen für die Kernzonenerweiterung einbringen musste und konnte, stimmte der Gemeinderat zu. Auch der neue Gemeinderat steht zu dem Beschluss.

Was verspricht sich Ihre Gemeinde vom Biosphärenreservat? Was haben Sie für Erwartungen an die Zukunft?

Gemeinsam mit den hier lebenden und wirtschaftenden Menschen sollen Wege gefunden werden, wie die Rhön auch in Zukunft dauerhaft und nachhaltig genutzt werden kann. Ebenso wollen wir Konzepte zum Schutz der biologischen Artenvielfalt entwickeln. Wichtig ist uns, dass nicht allein der Naturschutz eine Rolle spielt, sondern auch die hier lebenden Menschen mit einbezogen werden.

Damit der Ausgleich zwischen wirtschaftlichen Interessen und der Bewahrung alter Kulturlandschaften gelingt, müssen traditionelle und schonende Methoden aus Land- und Forstwirtschaft wiederbelebt werden, damit die Menschen in Zukunft von und mit der Einzig-artigkeit ihrer Region leben können.

Ein wichtiges Ziel für uns besteht darin, in unserer Gemeinde und in der Rhön vorhandene Potenziale zukünftig noch deutlicher auszuschöpfen – vor allem auch im Tourismus. So können wir die Rhön noch besser als besonderen, herausragenden und lebenswerten Raum positionieren. Durch den Titel „UNESCO-Biosphärenreservat", den wir uns gemeinsam erarbeitet haben, erhoffen wir uns nicht zuletzt auch Zugang zu Fördermitteln.

Worin besteht die „Mitgift" Ihrer Kommune? Warum ist es für das Biosphärenreservat ein Gewinn, dass nun auch Ihre Gemeinde dabei ist?

Gemäß dem Erweiterungsantrag verfügt die Gemeinde Bastheim über strukturreiche Hangzonen mit Kalkmagerrasen, Magerweiden und Buchenwälder. Hinzu kommt ein besonderes Vorkommen des großen Mausohrs.

Die Rhön ist für die Menschen, die hier wohnen, Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum gleichzeitig. Die Region ist kultur- und landschaftsgeschichtlich besonders bedeutend.

Bastheim bringt mit seinen traditionsreichen Ortsteilen und insbesondere dem Kloster Wechterswinkel, dem heutigen Kulturzentrum des Landkreises und einem der ältesten Gebäude in Rhön-Grabfeld, auch in kultureller Hinsicht viel mit ein.

17.03.2015

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Anja Seufert, Bürgermeisterin von Bastheim seit Mai 2008

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