Gersfeld - 18.01.2015Biosphärenreservat Rhön

Der Edeka-Markt in Hilders als Vorreiter

HILDERS. Intelligente Beleuchtung zum Schutz der Nacht:

Um die Idee des Sternenparks voranzubringen, bedarf es vieler kleiner Schritte. Hier sind nicht nur die Stromversorger und die Kommunalpolitiker gefragt. Auch Privatleute und Gewerbe-treibende können ihren Beitrag leisten. Der Lebensmittelhändler Mark Rehm ist dafür ein Beispiel: Als erster heimischer Mittelständler rüstete er die Beleuchtung seines Edeka-Marktes in Hilders sternenparkgerecht um und nimmt damit eine Vorreiterrolle ein.

„Die Idee des Sternenparks spricht mich an. Da ich meine Beleuchtungsanlagen ohnehin energetisch optimieren wollte, habe ich es gleich richtig gemacht und meine Planer angewiesen, sich an die Richtlinien des Sternenparks zu halten“, sagt der Unternehmer.
Großer Effekt durch ineinandergreifende Maßnahmen.

Die Beleuchtung des Parkplatzes und der Fassade des Marktes wurde auf Fluter mit voll abgeschirmten LED-Leuchten umgestellt, die waagerecht montiert sind. Durch die in die Leuchten zurückgesetzten LED-Chips liegt der Lichtabstrahlwinkel nur bei 120°. Das heißt, es wird kein Licht oberhalb der Horizontalen abgestrahlt. Dennoch sind die Zufahrt, der Parkplatz und die Gebäudefassade gut ausgeleuchtet.

Ein wichtiger Schritt war die Wahl von Beleuchtungskörpern mit einer passenden Lichtfarbe. Leicht gelbliches Licht ist sternenparktauglicher als grell weißes. Deshalb wählten die von Rehm beauftragten Techniker warm-weiße LED-Leuchten mit der Lichtfarbe 3.000 Kelvin.
Einen zusätzlichen positiven Effekt erzielt das Unternehmen durch eine optimierte Steuerung der Beleuchtungsanlage. Die Außenbeleuchtung wird nur noch dann eingesetzt, wenn sie auch wirklich gebraucht wird. Ein Dämmerungsschalter mit Zeitschaltuhr macht es möglich. Die Parkplatzbeleuchtung ist abends nach Geschäftsschluss nicht mehr nötig und um 22:00 Uhr werden auch Werbetransparente und die Beleuchtung der Fassadengiebel ausgeschaltet.

„Bei gleicher Sicherheit im Außenbereich vermeiden wir nun, dass unsere Lichtquellen nach oben in den Sternenhimmel abstrahlen“, freut sich Mark Rehm. „Gleichzeitig rechnen wir zukünftig mit einem deutlich geringeren Strombedarf. Nach diesen positiven Erfahrungen werden wir demnächst auch unseren Edeka-Markt in Gersfeld umrüsten.“ Fachlich geprüft wurde das Beleuchtungskonzept von Dr. Andreas Hänel, Fachgruppe „Dark Sky“ der Vereinigung der Sternfreunde (VDS) und Leiter des Osnabrücker Planetariums Museum am Schölerberg.
Die Sternenpark-Koordinatorin beim Landkreis Fulda, Sabine Frank, freut sich über das in Hilders gesetzte Zeichen: „Mit seinen Maßnahmen erzielt Herr Rehm auf seinem Gelände einen beachtlichen Effekt und hat unsere Anforderungen sogar noch übertroffen. Von diesem Markt im Ulstertal geht keine Lichtverschmutzung mehr aus – und gleichzeitig spart der Unternehmer nach eigenem Bekunden Energiekosten. Insofern ist das eine echte Win-Win-Situation, die hoffentlich viele Nachahmer finden wird.

Übergeordnetes Ziel des Sternenparks im Biosphärenreservat Rhön ist der Schutz der Nacht durch Optimierung der Beleuchtung im Freien. Es soll möglichst wenig Streulicht Richtung Himmel strahlen. Das nützt der Natur und macht gleichzeitig den Sternenhimmel klarer erkennbar.

18.01.2015

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Edeka Markt Hilders Foto: Dr. Andreas Hänel

Sternenhimmel über der Rhön Foto: Werner Klug

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