Gersfeld - 07.07.2014Biosphärenreservat Rhön

Naturschutzgebiet Kesselrain mit besonderer Flora an Nordhängen

EHRENBERG. Das heute vollständig zur Kernzone des Biosphärenreservats Rhön gehörende Naturschutzgebiet „Kesselrain“ erstreckt sich in einer Höhe von 760 bis 900 Meter. Es liegt in unmittelbarer Nähe des Heidelsteins und ist von Wüstensachsen aus in Richtung Hochrhönstraße leicht zu erreichen.

Bereits am Eingang des Schutzgebiets weist ein Schild den Naturfreund auf die Besonderhei-ten dieses naturnahen Waldbereichs hin, der sich insbesondere an sehr steilen und schlucht-artigen Nordhängen befindet und auf kleinem Raum ausgesprochen vielseitig und formen-reich ausgebildet ist. So konnten hier Waldgesellschaften wie Zahnwurz-Buchenwälder, Bergahorn-Eschenwälder, Sommerlinden-Bergahorn-Blockschuttwälder sowie verschiedene Erlenwaldgesellschaften nachgewiesen werden. Damit sich dieser Lebensraum natürlich ent-wickeln kann, wurde seit 1969 in einigen Teilen des Schutzgebietes die forstliche Bewirtschaf-tung eingestellt. Aufgrund des Kernzonenstatus ist hier heute keinerlei Nutzung mehr möglich.

Neben der Vielgestaltigkeit der Waldbestände trägt das Vorkommen von Hochstauden, die hauptsächlich in den Hochlagen der Mittelgebirge gedeihen, zur Schutzwürdigkeit dieses seit 1968 bestehenden, rund 32 Hektar großen Naturschutzgebiets bei. Glänzender Kerbel, Sil-berblatt, Platanenblättriger Hahnenfuß oder vereinzelt auch Gelber Eisenhut säumen ab Mitte Mai/Anfang Juni die Ränder des Hauptwegs, der als Wander- und Radweg (R1) ausgewiesen ist und im Winter zudem als Loipe genutzt wird. Ein intensiver Geruch nach Knoblauch macht im Frühjahr an manchen Stellen des Waldes auf ein örtliches Massenvorkommen des Bär-lauchs aufmerksam. Hinzu kommen üppige Bestände des Lerchensporns. Goldnessel, Große Sternmiere und Waldmeister sind einige weitere hier zu findende Arten.

Als eine ganz besondere Pflanze ist der Alpen-Milchlattich anzusehen, eine Art, die ihr Haupt-verbreitungsgebiet im nördlichen Skandinavien hat, aber auch kleine Teilareale in den Hoch-lagen der Alpen und Mittelgebirge besiedelt. Insgesamt ist dieser Korbblütler nur an ganz we-nigen Standorten in Hessen anzutreffen, so dass er in der Rhön eine botanische Kostbarkeit darstellt.

Außer den Wäldern prägen zahlreiche Quellbereiche und naturnahe Gewässer mit Feucht-wäldern und begleitenden Staudenfluren den Kesselrain.

07.07.2014

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