Gersfeld - 18.02.2009Biosphärenreservat Rhön

Erfurter Straßenbahn macht Lust auf die beiden Thüringer Biosphärenreservate

Thüringen hat das „Jahr der Biosphärenreservate 2009" offiziell eröffnet. Seit Anfang Februar wirbt nämlich eine Straßenbahn in der Thüringer Landeshauptstadt für die beiden Thüringer Biosphärenreservate Rhön und Vessertal. Die Jungfernfahrt fand im Beisein zahlreicher Ehrengäste statt, darunter Thüringens Landtagspräsidentin Prof. Dagmar Schipanski und Thüringens Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar.

Auch weitere Vertreter des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt sowie der Nationalen Naturlandschaften, wie die Thüringer Großschutzgebiete nun heißen, waren gekommen. „Biosphärenreservate stehen für die Verbundenheit zwischen Menschen, der Natur und der Gesellschaft", meinte Sklenar. Das Biosphärenreservat Vessertal bestehe in diesem Jahr bereits 30 Jahre und habe in der Vergangenheit eine sehr positive Entwicklung für Mensch und Natur genommen. Das Biosphärenreservat Rhön werde in Kürze 20 Jahre alt. Auch dort gebe es zahlreiche Projekte, die sehr positiv sind. „Deshalb dürfen die Menschen in der Rhön, die mit Herzblut an der Entwicklung des Biosphärenreservates arbeiten, auch nicht verunsichert werden", meinte der Minister in Bezug auf die Diskussion um die Kernzonen im Biosphärenreservat Rhön und die damit verbundenen Befürchtungen, dass die Rhön das UNESCO-Prädikat verlieren könne, wenn sie bis 2013 nicht das nationale Kriterium von drei Prozent Kernzone gemessen an der Gesamtfläche erfüllt. „Dass der UNESCO-Status der Rhön aberkannt wird, ist der größte Quatsch", sagte Sklenar. Thüringen habe bezüglich des Biosphärenreservates Rhön seine Forderungen erfüllt. „Allerdings gehören zum Biosphärenreservat Rhön auch Hessen und Bayern. Bayern hat große Probleme, was die Kernzonenausweisung im Truppenübungsplatz Wildflecken betrifft. Wenn das geklärt ist, dann werden wir uns als Thüringer Landesregierung überlegen, wie es mit unserem Teil der Rhön weitergeht", hob Sklenar hervor.
Auf der Straßenbahn, die bis zum Jahresende für die beiden Thüringer Biosphärenreservate und das „Jahr der Biosphärenreservate 2009" wirbt, sind auch die Internetadressen sowie Elemente der typischen Flora und Fauna abgebildet. Außerdem befindet sich das Logo der Nationalen Naturlandschaften darauf, der Dachmarke aller deutschen Biosphärenreservate, Naturparke und Nationalparke. Sklenar richtete seinen Dank für die Unterstützung an die Stadt Erfurt sowie an die Erfurter Verkehrsbetriebe. Mit der „Bahn der Biosphärenreservate" sei es gelungen, aktiv für den Naturschutz und die Nationalen Naturlandschaften zu werben. „Hoffentlich machen wir damit den Erfurtern und den auswärtigen Gästen ein wenig Appetit auf unsere beiden Biosphärenreservate", meinte der Minister. Denn auch der Tourismus sei wichtiger Bestandteil eines Biosphärenreservats. „Aus meiner Sicht muss es gelingen, den Tourismus in diese Gebiete noch stärker einzubeziehen. Das, was wir bis jetzt haben, ist mir noch zu wenig", sagte er.
Das „Jahr der Biosphärenreservate" wurde von EUROPARC Deutschland ausgerufen, dem Interessenvertreter der Biosphärenreservate, Naturparke und Nationalparke. Es steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Anlass für das „Jahr der Biosphärenreservate" sind zwei Jubiläen: das Vessertal in Thüringen und die Mittelelbe in Sachsen-Anhalt feiern 2009 ihr 30-jähriges Bestehen als erste Biosphärenreservate in Deutschland überhaupt.
Mit einer bisher einmaligen Ausstellung präsentieren sich deshalb in diesem Jahr auch zentral alle 13 deutschen UNESCO-Biosphärenreservate auf der Bundesgartenschau in Schwerin. In den einzelnen Schutzgebieten selbst finden zahlreiche Veranstaltungen das ganze Jahr über statt. Auch die drei noch zu nominierenden Biosphärenreservate in Gründung, die Schwäbische Alb, das Bliesgau und die Karstlandschaft Südharz, stellen ihre landschaftlichen Besonderheiten den Besuchern vor. Zu den Themen Klimaschutz, nachhaltiger Tourismus und regionale Wirtschaftskreisläufe präsentieren die Biosphärenreservate Beispiele, die in Zukunft vielleicht für ganz Deutschland wegweisend sein können.
1970 startete die UNESCO das Programm „Mensch und Biosphäre" und zeigt seitdem anhand von Modellregionen, wie der Schutz der Natur mit nachhaltiger Nutzung verbunden werden kann. Es geht dabei in erster Linie um den Schutz, die Pflege und die Entwicklung der vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaften.

 

 

18.02.2009

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