Gersfeld - 21.11.2008Biosphärenreservat Rhön

Energieexkursion

Im Rahmen der Fuldaer Energiesparwochen veranstaltete der Verein Natur- und Lebensraum Rhön mit Unterstützung des Landkreises Fulda, Biosphärenreservat Rhön, eine ganztägige Busexkursion zu innovativen Holzheiz-Anlagen. Unter dem Motto „Regionale Alternativen zum Öl" wurden im Landkreis Fulda vier innovative Anlagen besichtigt und vor Ort intensiv über Kosten, Bedienstandards, Vor- und Nachteile sowie den Nutzen der Region diskutiert. Die Leitung der Exkursion hatte Joachim Walter, Energieranger beim Biosphärenreservat Rhön, der auch aktiv im Forum „Kompetenzfeld Holz und Netzwerk Energie" beim Verein Natur- und Lebensraum Rhön mitwirkt.

Integriert in die ganztägige Exkursion war ein Vortrag des Zimmerermeisters und Energieberaters Bernhard Büttner von Hilders-Harbach. Seine pragmatischen Informationen zu Energieeinsparungen durch sinnvolle Dämmmaßnahmen an Gebäuden rundeten die Exkursion ab. Dabei wurde deutlich, dass neben der Versorgung mit regenerativer Wärme-Energie auch immer die energetische Gebäudeoptimierung im Fokus der Eigentümer stehen sollte.

Neben dem Nahwärmenetz in Weyhers ist derzeit sicherlich die Hackschnitzelheizanlage in Poppenhausen-Sieblos eine der interessantesten Ansätze zur Nutzung von Hackschnitzeln in der Rhön. Drei Heizkessel mit einer Leistung von je 130 kW sowie zwei Pufferspeicher mit je 7500 Liter Fassungsvermögen versorgen 32 Haushalte mit Wärme aus heimischen Wäldern. Bestandteil der Anlage ist ein rund 1500 Meter langes Nahwärmenetz.

Das faszinierende dieses Projektes ist, dass die örtlichen Waldbauern sich als Investoren zu einer GbR zusammengeschlossen haben und die Anlage betreiben. Dank der hervorragenden Überzeugungsarbeit ist es gelungen, dass mit zwei Ausnahmen sämtliche Häuser in Sieblos an das Netz angeschlossen wurden. Der Ort ist damit nahezu unabhängig vom Erdöl. Motor des Projektes ist Stefan Gensler, der heute auch der Geschäftsführer der GbR ist.

Den Abschluss der ganztägigen Exkursion bildete eine Besichtigung der neuen Pelletheizung in der Grundschule Hofbieber-Schwarzbach. Zu diesem Ortstermin konnte Joachim Walther auch Bürgermeister Marcus Schafft begrüßen. Das Projekt wurde vom Gebäudemanagement des Landkreises Fulda, Herrn Stefan Müller geplant und realisiert. Diese Anlage zeichnet sich durch ihre Bedienerfreundlichkeit aus. Diese 30 kW-Anlage wird nur einmal im Jahr gewartet, wobei auch die Asche einmalig entsorgt wird. Müller berichtet im Zusammenhang mit dem Ortstermin von dem Beschluss des Kreistages, bei allen Schulen, deren Heizanlagen erneuert werden müssen, den Einsatz regenerativer Energien zu prüfen.

Die eingebaute Biotechanlage funktioniert nach Bekunden des Hausmeisters reibungslos und zur vollsten Zufriedenheit.

Das Biosphärenreservat Rhön begrüßt die die vielfältigen Aktivitäten zur Stärkung der regionalen Energieversorgung mit heimischen Energieträgern. Inzwischen haben sich gerade in der Hessischen Rhön eine Reihe von sehenswerten Anlagen etabliert, die Modellcharakter haben und zum Nachahmen einladen.

 

21.11.2008

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