Wasserkuppe - 13.11.2008Biosphärenreservat Rhön

„Rückkehr auf leisen Pfoten – Wildkatze in der Rhön“

Ausstellung im Groenhoff-Haus wird noch bis Dezember gezeigt / in Zusammenarbeit mit Verein Rhön Natur / sichere Nachweise für Vorkommen in der bayerischen und thüringischen Rhön / kleine Population auf der hessischen Seite im Harderwald?

 

WASSERKUPPE. Zu einer Ausstellungseröffnung hatte Matthias Metzger vom Verein Rhön Natur und der Landkreis Fulda, Biosphärenreservat Rhön, in das Groenhoff-Haus auf die Wasserkuppe eingeladen. Von November bis Dezember wird dort eine Ausstellung über Wildkatzen gezeigt. Matthias Metzger referierte über Biologie, Schutzbemühungen und die Erfassung des scheuen Jägers auf leisen Pfoten.

 Die Wildkatze scheint zurückzukehren in ihr Rhöner Reich. Seit zwei Jahren bemühen sich insbesondere Naturschützer in der bayerischen und thüringischen Rhön, mit der sogenannten Lockstock-Methode das scheue Raubtier nachzuweisen. Dazu werden sägerauhe Vierkanthölzer, präpariert mit Baldrian, im Winterhalbjahr ausgebracht. Hauskatzen wie Wildkatzen werden von diesem Geruch magisch angezogen. Wenn sie sich am Stock reiben, dann bleiben mitunter Haarbüschel zurück, die genetische Hinweise auf Wildkatzenvorkommen liefern können. Seit dem Winter 2007 sind inzwischen auch in der hessischen Rhön über 50 Lockstäbe im Bereich potentieller Wildkatzenreviere ausgebracht.

 Erste Erfolge gibt es sowohl in der thüringischen als auch in der fränkischen Rhön. So wurden zum Beispiel in der Nähe von Frankenheim in der thüringischen Rhön wie auch in der Nähe von Hausen in der fränkischen Rhön Haarbüschel gefunden, die nach genetischer Untersuchung eindeutig auf Wildkatzen hindeuten. Ein solcher Nachweis fehlt in der hessischen Rhön bislang noch. Georg Sauer, Rhön-Ranger beim Biosphärenreservat Rhön auf der hessischen Seite, geht allerdings davon aus, dass es sich hierbei nur um eine Frage der Zeit handeln könne. Es gilt als sicher, dass Wildkatzen aus dem Hainich und aus dem Spessart in die Rhön zuwandern.

 Denkbar ist allerdings auch, dass die Wildkatze nie ganz aus der Rhön verschwunden war. Immer wieder haben in den vergangenen Jahren Jäger von Beobachtungen im Truppenübungsplatz Wildflecken gesprochen. Möglicherweise ist eine kleine Population den jahrzehntelangen Verfolgungen entgangen und hat dort überlebt. Um dieses Geheimnis zu lüften, werden von der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats auch im Bereich des Haderwalds Lockstöcke platziert. Martin Kremer, Sachgebietsleiter beim Biosphärenreservat Rhön, ist zuversichtlich, dass die gegenwärtigen Monitoringbemühungen Früchte tragen werden. Letztendlich sei auch der Ausweis von Kernzonen als typischer Lebensraum der Wildkatze ein wichtiger Beitrag zum Schutz dieser Art.

 Die Foto-Textausstellung umfasst acht Poster sowie vier Info-Tipis und zwei Wildkatzenpräparate, welche als Leihgaben vom Verein Rhön Natur e.V. und dem Informationszentrum Haus der Schwarzen Berge in Oberbach zur Verfügung gestellt wurden. Die Ausstellung ist täglich geöffnet und kann bis Ende Dezember im Groenhoff-Haus auf der Wasserkuppe besucht werden.

13.11.2008

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