Gersfeld - 12.11.2010Biosphärenreservat Rhön

Karausche – Fisch des Jahres 2010

Fachinformation und Hilfsmaßnahmen für eine seltene Fischart

Das Biosphärenreservat Rhön veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem Fuldaer Angelsportverein einen Informationsabend über den Fisch des Jahres – die Karausche.

 

Als Referent konnte der Diplom Biologe und Fischereiexperte Christopf Dümpelmann aus Marburg gewonnen werden.

Die Veranstaltung war Bestandteil der Netzwerkarbeit des Arbeitskreises Rhöner Fließgewässer.

Die Karausche ist ein sehr spezialisierter Bewohner von verlandenden Auegewässern, welche heute in den allermeisten Flußauen fehlen. Folgerichtig ist diese Fischart, welche zwar gegen Sauerstoffmangel und extreme Temperaturunterschiede sehr robust ist, bundesweit stark gefährdet. Allenthalben fehlen geeignete Lebensräume. In Hessen ist die Karausche sogar vom Aussterben bedroht. Dabei ist die Karausche ein faszinierender Fisch, der auch in ausgetrockneten Tümpeln im Sediment überleben kann. Selbst ein zeitweises Einfrieren im Winter macht ihr nichts aus. Empfindlich ist die Karausche allerdings gegen jeglichen Besatz von Raubfischen.

Im Rahmen des Vortrags über die hoch interessante Biologie wurde auch intensiv auf die Verwechslungen mit den beiden häufig vorkommenden Arten Giebel und Goldfisch eingegangen.

Gesicherte Nachweise der Art sind im Landkreis Fulda bislang selten. Für Besatzmaßnahmen konnten Karauschen am Tümpelgarten und am Frickenhäuser Weiher gewonnen werden. In Absprache mit den zuständigen Revierförstern fanden nun zum zweiten Mal Besatzmaßnahmen von Karauschen in abgelegenen Forstteichen statt. Schrittweise soll so die stark gefährdete Fischart wieder in geeigneten Gewässern angesiedelt werden.

 

12.11.2010

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