Bad Salzungen - 26.10.2008Biosphärenreservat Rhön

„Rhöner Genusstour“ auch in Thüringen

Gastronomieprojekt der ARGE Rhön hat in den Landkreisen Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis begonnen

RHÖN. Das Gastronomieprojekt der Regionalen Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Rhön, das in Bayern vor kurzem erfolgreich beendet wurde, soll nun auch Produzenten und Gastronomen in der Thüringer Rhön enger zusammenführen. Ziel ist es, verstärkt regionale Produkte in den Gaststätten anzubieten und in ihnen auch die typische Rhöner Kultur wieder aufleben zu lassen. Nicht zuletzt soll die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Hotellerie und Gastronomie auf der einen und den Produzenten auf der anderen Seite die Landwirte stärken, damit es sich für diese auch in Zukunft noch lohnt, ihre Felder und Wiesen zu bewirtschaften. „Nur so kann das typische Bild der Rhöner Kulturlandschaft erhalten werden, das unverzichtbar für den Tourismus in der Region ist. Deshalb ist es auch richtig, dieses Anliegen zunächst mit Fördergeldern zu begleiten", hebt der Geschäftsführer der ARGE Rhön, Ewald Klüber, hervor.

Das mit Leader-Mitteln geförderte Projekt der ARGE Rhön trägt den Titel „Gastronomieprojekt Thüringer Rhön - Rhöner Genusstour". Seit gut vier Wochen arbeitet eine Projektgruppe daran, Erzeuger, Verarbeiter und Gastronomen im Thüringer Bereich der Gebietskulisse der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Rhön zu erfassen. Rund 300 Produzenten haben in den vergangenen Wochen einen entsprechenden Brief erhalten. Nun sollen sie auflisten, welche Produkte sie der Gastronomie zur Verfügung stellen können. Sie stammen unter anderem aus den Bereichen Fischerei, Fleischerei, Gärtnerei, Imkerei, Brauerei und Getränkeherstellung, Bäckerei sowie Speiseeis- und Kräuterproduktion. Auch alle landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe wurden angeschrieben.

Der Projektgruppe gehört unter anderem Brigitte Vorndran aus Bischofsheim an. Sie ist Gastwirtin im Gasthaus „Dickas" und stammt ursprünglich aus Thüringen. Unterstützt wird sie von Hannelore Rundell aus Nüdlingen, die gemeinsam mit Brigitte Vorndran die Verantwortliche für die Umsetzung des Projektes im bayerischen Teil der Rhön war und so eine dreijährige Erfahrung in diesem Bereich mitbringt. Mit der Touristikerin Martina Klüber aus Schleid sowie Torsten Stütz, Gastwirt im Keltenhotel „Goldene Aue" in Sünna und Vorsitzender des DEHOGA-Kreisverbandes Bad Salzungen, arbeiten zwei weitere erfahrene Praktiker in der Projektgruppe mit. Die Koordinierung der Arbeit hat Ewald Klüber übernommen.

„Wir wollen in der gesamten Rhön eine Erlebnisgastronomie aufbauen. Die definiert sich zwar schon sehr stark über den Verzehr regionaltypischer Produkte, aber eben auch über die Rhöner Kultur. Dazu zählen wir Hausmusik in den Gasträumen; Holzschnitzer, die ihr Handwerk zeigen oder auch das Kochen vor Publikum. Insgesamt geht es also darum, die Produzenten, Verarbeiter und Gastronomen zusammenzubringen, aber auch diejenigen in das Projekt einzubeziehen, die für Kultur- und Freizeitgestaltung einen Beitrag leisten können", erklärt Hannelore Rundell. Im Ergebnis des Gastronomieprojektes wird die Zertifizierung der einzelnen Gaststätten nach dem Silberdistelprinzip der ARGE Rhön stehen. Je nach regionalem Wareneinsatz kann ein Betrieb bis zu drei Silberdisteln erhalten. Mit in die Kriterien fließt aber auch ein, ob der Gastraum regionaltypisch eingerichtet ist, wie das Servicepersonal geschult und gekleidet ist oder ob beim Ausbau regionale Handwerker berücksichtigt wurden. In Bayern sind inzwischen zahlreiche Hotels und Gaststätten mit diesen Silberdisteln zertifiziert. Das Gastronomieprojekt der ARGE Rhön hat vor kurzem auch in Hessen begonnen. „Die Silberdisteln sollen dem Gast von außerhalb auf den ersten Blick vermitteln, dass er in dem jeweiligen Lokal auch wirklich Rhön erleben kann", erklärt Brigitte Vorndran.

Am 5. November, 18 Uhr, werden die Produzenten der Region erstmals mit den Gastronomen zu einer Veranstaltung in der Dermbacher Gaststätte „Zum Rhönpaulus" zusammentreffen. Dieselbe Zusammenkunft gibt es am 13. November, ebenfalls 18 Uhr, im „Flechsenberger Hof" in Birx. Bei beiden Treffen steht das Kennenlernen zwischen Produzenten und Gastronomen sowie eine Produktpräsentation im Mittelpunkt. Außerdem können alle Produkte, die die Produzenten anzubieten haben, verkostet werden. „Mit dem Gastronomieprojekt für die Thüringer Rhön möchten wir die Nachfrage nach regionalen Produkten voran bringen. In den nächsten Monaten werden unter anderem Qualifizierungsschulungen für das Servicepersonal folgen, um die Qualität in den Gaststätten zu verbessern. Ich sehe ein gut geschultes Servicepersonal als wichtigste Klammer zwischen Gast und Region", hebt Ewald Klüber hervor. Gleichzeitig ruft er alle Produzenten dazu auf, sich für die Veranstaltungen am 5. und 13. November zu melden und ihre Produktlisten mitzubringen. Der Kontakt kann über Brigitte Vorndran, Telefon (0 97 72) 456, über die Geschäftsstelle der ARGE Rhön unter Telefon (0 36 95) 61 51 30 oder per e-Mail unter arge.rhoen@wartburgkreis.de erfolgen. Bislang haben laut Aussage der Projektgruppe bereits zahlreiche Direktvermarkter, Nebenerwerbslandwirte und Agrargenossenschaften der Region ein großes Interesse daran gezeigt, sich mit ihren regionalen Produkten an der „Genusstour Rhön" in Thüringen zu beteiligen. Zum Abschluss des Projektes soll ein Prospekt erscheinen, in welchem alle beteiligten Betriebe die Möglichkeit erhalten, sich dem Gast zu präsentieren.

26.10.2008

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