Gersfeld - 31.05.2010Biosphärenreservat Rhön

Haselmaus soll auch in der Rhön eine Heimat finden

ZELLA. Im Klostergarten von Zella könnte vielleicht schon bald die seltene Haselmaus ideale Lebensbedingungen vorfinden. Zumindest haben die Mitarbeiter der Thüringer Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, die Gemeinde Zella, Schülerinnen des Thüringer Rhöngymnasiums in Kaltensundheim und der Augenoptiker Fielmann als Sponsor alles dafür getan. Gemeinsam pflanzten sie verschiedene Bäume und Sträucher, um einen Biotopverbund zu schaffen, den die Haselmaus bevorzugt.

Das Projekt „Nussjagd in Thüringen" soll nun auch in Zella, dem Sitz der Thüringer Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, im wahrsten Sinne des Wortes Früchte tragen. „Es geht darum, geeignete Biotope zu schaffen, um zu versuchen, die Haselmaus dort heimisch werden zu lassen. Ganz wichtig dabei ist der Biotopverbund. Die Haselmaus bewegt sich im Geäst von Bäumen und Sträuchern fort", erläutert Bernd Baumann, Biologielehrer am Thüringer Rhöngymnasium in Kaltensundheim. Bereits seit einiger Zeit beschäftigen sich hier die Schülerinnen der 9. Klasse Carolin Lotz aus Dermbach, Anne-Kathrin Hugk aus Lindenau, Lena Garkisch aus Oberalba und Josefin Hande aus Unterweid im Rahmen einer Belegarbeit mit der Haselmaus. Inzwischen haben sie viel Wissenswertes über das seltene Tier zusammengetragen.
Im Rahmen des Projekts „Nussjagd in Thüringen", das vom Naturschutzbund (NABU) Thüringen und vom Naturkundemuseum in Altenburg begleitet wird, werden an ausgewählten Standorten verschiedene Sträucher und Bäume gepflanzt, die allesamt von der Haselmaus bevorzugt werden. „Das sind beispielsweise Haselnuss, Heckenrose, Wildapfel, Wildbirne, Weißdorn, Schwarzdorn, Eberesche und Vogelbeere", erklärt Rolf Friedrich, Mitarbeiter der Thüringer Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön. Als Sponsor für 20 Pflanzpakete im Wert von 2 000 Euro konnte der Augenoptiker Fielmann gewonnen werden. Daher legte im Klostergarten von Zella auch die Niederlassungsleiterin von Fielmann in Meiningen, Andrea Baster, beim Pflanzen mit Hand an. „Fielmann engagiert sich bundesweit bereits seit vielen Jahren für die Natur und Umwelt. Für jeden Mitarbeiter wird beispielsweise ein Baum gepflanzt", meint sie. Für den Klostergarten in Zella stelle das Unternehmen zwei Pakete mit insgesamt 60 Pflanzen zur Verfügung.
„Der Standort in Zella ist wichtig, weil wir einerseits bereits günstige Voraussetzungen für die Haselmaus finden und weil wir hier eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit mit verschiedenen Partnern leisten können. Wir wollen Musterbiotope schaffen, um unseren Gästen und Bewohnern zu zeigen, was sie selbst tun können, um der Haselmaus geeignete Lebensräume zu bieten", betont der Leiter der Thüringer Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, Karl-Friedrich Abe. „Ob wir Erfolg mit unseren Bemühungen haben, wissen wir natürlich nicht", ergänzt er. Günstig könnten sich jedoch die bereits vorhandene Streuobstwiese und einige Weißdornsträucher auswirken. „Selbst, wenn die Haselmaus nicht hierher kommt, besteht die Chance, ein Biotop für den Siebenschläfer aufzubauen", meint Rolf Friedrich. „Das wäre dann ebenfalls ein großer Schritt beim Schutz seltener Arten." Wenn die Sträucher und Bäume einige Zeit stehen, werden spezielle Kästen für die Haselmaus aufgehängt, kündigt Bernd Baumann an. Anhand aufgesammelter Haselnüsse sollen dann die Fraßspuren an ihnen bestimmt werden, um so einen Rückschluss auf die Existenz der Haselmaus ziehen zu können. Das Thüringer Rhöngymnasium, hebt er hervor, werde die Pflege und Kontrolle des Biotops im Klostergarten von Zella übernehmen. Ein zweites Biotop werde am Südhang der Hohen Geba angelegt.

31.05.2010

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