Gersfeld - 31.05.2010Biosphärenreservat Rhön

Erfahrungsaustausch der deutschen Biosphärenreservate in der Rhön

KALTENNORDHEIM. Zwei Mal im Jahr treffen sich die Leiter der insgesamt 16 deutschen Biosphärenreservate zum Erfahrungsaustausch. Jetzt fand dieses Treffen im Thüringer Teil des Biosphärenreservats Rhön statt. „Wir wollen miteinander reden und voneinander lernen, um anstehende Aufgaben zu lösen", sagte der Leiter der Thüringer Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, Karl-Friedrich Abe.

Die Beratungen und Exkursionen seien die eine Seite dieser Treffen, ergänzte Abe. Wichtig sei aber auch das Gespräch in gemütlicher Runde, und zwar nicht nur zwischen den Leitern der Biosphärenreservate, sondern auch mit den Beteiligten der jeweiligen Region wie den Bewohnern, Bürgermeistern, Gastronomen, Unternehmern oder Touristikern. „Deshalb haben wir auch zu einem regionalen Abend in die Rhönbrauerei nach Kaltennordheim eingeladen, um genau diese Gespräche führen zu können“, meinte Abe. „Wir sind stolz darauf, als Brauerei mitten im Biosphärenreservat Rhön produzieren zu können“, sagte die Geschäftsführerin der Rhönbrauerei Dittmar, Christel Reukauf, als sie ihren Familienbetrieb den anwesenden Gästen aus ganz Deutschland vorstellte. Als kleine Brauerei könne man viele Spezialitäten anbieten – das sei der Vorteil gegenüber den großen Brauereibetrieben, und das werde bei den Kunden vor Ort geschätzt. Biosphärenreservate seien Schauplätze für die Versöhnung zwischen Mensch und Natur, meinte Thüringens Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, Jürgen Reinholz, in seiner Ansprache. Die Rhön sei ein gutes Beispiel dafür, dass Lebensräume, die einst aus Menschenhand geschaffen wurden, zur Artenvielfalt beitragen können. In diesem Zusammenhang erwähnte Reinholz die noch zahlreichen Vorkommen an Orchideen und Silberdisteln oder die vielen seltenen Amphibien und Vögel, die im Biosphärenreservat Rhön beheimatet sind. Die Treffen der Biosphärenreservate untereinander seien besonders wichtig: „Es geht darum, Erfahrungen von einem zum anderen zu übertragen und nicht darum, das Rad immer wieder neu zu erfinden“, betonte der Minister. Der Erfahrungsaustausch der Biosphärenreservate sei eine Veranstaltung, von der Impulse für die Nationalen Naturlandschaften in ihrer Gesamtheit ausgehen, sagte der Vorsitzende des deutschen Nationalkomitees für das Programm der UNESCO „Der Mensch und die Biosphäre“, Martin Waldhausen. Ein Biosphärenreservat sei eine Modellregion: „Hier geht es um den Schutz der alten, harmonisch gewachsenen Kulturlandschaft, um den Schutz der biologischen Vielfalt, aber auch um die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe und der Direktvermarktung. Dabei ist die Rhön ein Vorbild“, unterstrich Waldhausen. Nun komme es darauf an, diese Erfahrungen über das Biosphärenreservat Rhön selbst weiter hinaus zu tragen. „Das macht dann eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland aus.“ Um die erneute Evaluierung des Biosphärenreservats Rhön im Jahr 2013, also die Überprüfung, ob die Rhön überhaupt noch die Kriterien der UNESCO zur Anerkennung als Biosphärenreservat erfüllt, sei ihm nicht bange, hob Waldhausen hervor. „Das Biosphärenreservat Rhön und die Biosphärenreservate insgesamt stehen als Erfolge innerhalb der weltweiten Konvention über die biologische Vielfalt.“ Der Bund werde sich in den Biosphärenreservaten weiter engagieren, beispielsweise bei Naturschutzprojekten. „Es ist bemerkenswert, dass Sie sich so für diese Region engagieren und sie damit bewahren“, wandte sich die Sprecherin der deutschen Biosphärenreservate, Margret Brahms, an die anwesenden Gäste. Dieses Engagement diene schließlich dazu, das Landschaftsbild zu erhalten, für das die Rhön so bekannt sei. „Es schmerzt immer, auf eine Nutzung zu verzichten. Aber es ist auch ein Ziel des Biosphärenreservats, eine Kernzonenfläche von drei Prozent auszuweisen, in der die Natur sich selbst überlassen bleibt“, meinte Brahms mit Blick auf die aktuelle Diskussion um die notwendige Erweiterung der Kernzonen im Biosphärenreservat Rhön. Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz kündigte in diesem Zusammenhang an, dass in Thüringen derzeit intensiv überlegt werde, wie das bestehende Defizit bei den Kernzonen im Thüringer Teil des Biosphärenreservats Rhön gelöst werden kann.

31.05.2010

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