Burkardroth - 18.03.2010Biosphärenreservat Rhön

Wildnis vor unserer Haustüre

Im Projekt „Checkid – Kids entdecken die Kernzone“ erkunden 13 bis 14 jährige Schülerinnen und Schüler aus der Rhön den Wald am Lösershag. 

 

Ende Februar tauschten sie ihre Erfahrungen mit der österreichischen Partnerklasse aus dem Biosphärenreservat Großes Walsertal in einem Online-Chat aus. Das Projekt wird von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften als Schul-Twinning gefördert.

Was verbindet ihr mit den Begriffen „Bio\" und „Sphäre\" fragte Umweltbildungsfachbetreuer Michael Dohrmann die Kinder der 7. Klasse, die sich im Herbst vergangen Jahres in ihrem Schulhof versammelt hatten. Sie lernten an diesem Tag, dass sich ihre Schule, die Hauptschule Burkardroth, mitten im Biosphärenreservat Rhön befindet - einem Schutzgebiet der besonderen Art. Denn hier ist der Mensch nicht ausgeschlossen, er darf wirtschaften, sollte aber darauf achten, dass darunter die Vielfalt der Pflanzen und Tiere nicht zu leiden hat. Das Rhönschaf symbolisiert, was damit gemeint ist: Die Schäfer in der Rhön verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Lammspezialitäten und durch die Beweidung wird die artenreiche Kulturlandschaft erhalten. So profitieren beide, der Mensch und die Natur.

Doch neben leckerer Lammsalami gibt es im Biosphärenreservat Rhön noch ein weiteres „Schmankerl\", das die Kinder eher weit weg in exotischen Ländern vermutet hätten: ein richtiger Urwald! Und das in nur etwa 15 Kilometern Entfernung von der Schule! Trotzdem war bisher keiner aus der Klasse schon am Lösershag gewesen, einem bewaldeten Vulkankegel, der seit etwa einem halben Jahrhundert nicht mehr vom Menschen genutzt wird und sich so zu einem Urwaldgebiet entwickeln konnte. Mächtige alte Buchen erreichen hier Höhen von 30 bis 40 Metern. Auf Blockschutthalden stehen Baumarten wie z.B. Esche, Bergulme, Sommerlinde sowie Berg- und Spitzahorn. Im Rahmen des Austauschprojektes lernten die Kinder den Wald schließlich kennen, während ihre Partnerklasse in der Bergwelt des Großen Walsertals unterwegs war. Einen Tag lang hatte die Gruppe die Gelegenheit, ihr Gebiet auf eigene Faust zu erkunden. Beeindruckt waren sie von den vielen morschen Stämmen und Ästen, die überall kreuz und quer herumlagen. Denn zuvor hatte noch die Hälfte der Klasse vermutet, dass es nicht gut sei, wenn totes Holz einfach im Wald verrottet. Jetzt aber entdeckten sie, wie viele Spuren von Leben sich unter den Ästen, in den Rinden und an den Stämmen finden lassen, wenn man nur genauer hinschaut. Und weil bei einem Ausflug in die Natur immer auch unerwartete Ereignisse auftreten können, muss man sich in der Gruppe aufeinander verlassen können. Das übte die Klasse aus der Rhön in Teambildungsspielen, wie etwa beim Versuch, gemeinsam einen Mitschüler durch ein aus Seilen gespanntes Netz zu heben, ohne jedoch dabei das Glöckchen zum klingeln zu bringen, das am Netz befestigt ist. Abends bei Chili con Carne am Lagerfeuer meinten die Schüler, dass sie den Tag interessant fanden und viel Spaß hatten,  auch wenn es bei der Wanderung etwas feucht und ungemütlich kalt war.

„Wir hätten die Wanderung im Sommer machen müssen, da ist es warm und dann hätten wir auch im Wald übernachten können\", meinte eine Schülerin beim Chat am vergangenen Freitag. Und doch scheint das Ziel, sich mit dem Thema Wildnis auseinander zu setzen, erreicht worden zu sein. Ein Jugendlicher glaubt, „dass solche Wanderungen junge Menschen verändern, da sie lernen mit der Natur vorsichtig umzugehen und auch, dass so ein Wald Spaß machen kann.\"

Angaben zum Projekt:
Schulprojekt „Checkid - Kids entdecken die Kernzone\" an den Hauptschulen Burkardroth (Rhön) und Blons (Großes Walsertal). Das Projekt wird als Schul-Twinning-Projekt vom Österreichischen MAB-Komitee an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gefördert. Die Projektleitung haben Frau Birgit Reutz-Hornsteiner, Gerhard Hornsteiner und Sigrun Lange inne. Weitere Informationen unter http://www.checkid.eu.

Kontaktdaten der Autorin

Sigrun Lange, E.C.O. Deutschland GmbH
Eggernstr. 6, 81667 München

Email:  Lange@e-c-o-deutschland.de
Tel.:     089-45167284

 

18.03.2010

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