Bad Neustadt - 02.03.2010Biosphärenreservat Rhön

Die genial-regionale Konsumlandschaft

Zur Ausstellung im Alten Amtshaus gesellte sich ein Markt mit regionalen Produkten

Zwanzig Schulklassen mit einigen hundert Schülern haben in der vergangenen Woche bereits die Ausstellung „Deine Konsumlandschaft“ im Alten Amtshaus gesehen. Und an den Ständen ihr Einkaufsverhalten überprüft. Am Ende sollte jeder das Prädikat „genial-regionaler Typ“ erhalten. Und nicht der „egal-regionale Typ“ sein.

Jeder Einkauf von Lebensmitteln entscheidet über die zukünftige Lebensqualität einer Region. Da sollte man meinen, dass es für uns aufgeklärte und bewusst handelnde Menschen kein Problem ist, beim Einkauf darauf zu achten, dass die Nahrungs- und Genussmittel aus der Region stammen, dort angebaut und produziert und schließlich auch verkauft werden. Doch dem ist mitnichten so. Vielmehr wird immer noch überwiegend im großen Supermarkt oder beim Discounter der Einkaufswagen voll geladen. Mit Produkten, die eben nicht aus der Region stammen und auf globalisierten Märkten billig verramscht werden, ohne Rücksicht auf problematisch lange Transportwege und deren Auswirkungen auf das Weltklima.

Die Ausstellung „Deine Konsumlandschaft" im Alten Amtshaus soll genau hier das Bewusstsein der jungen Besucher schärfen. „Da gibt es noch viel zu tun", sagt Jiska Troppenz. Die Beraterin für Nachhaltigkeit arbeitet seit Herbst letzten Jahres gemeinsam mit Eva Kalla im Projekt für nachhaltigen Konsum des Biosphärenreservats Rhön an Neustädter Schulen. Gerade für die Klassen sieben bis elf, die jetzt überwiegend die Ausstellung besuchen, ist der Hinweis auf die Bedeutung des regionalen Konsums wichtig. Auch im Hinblick auf die Klimaerwärmung, die durch lange Lebensmitteltransporte rund um dem Globus fleißig weiter angeheizt wird. Im Winter Erdbeeren aus Südafrika, den Apfelsaft aus der Einwegverpackung irgendwo aus Asien, der Burger, für dessen Fleischgewinnung Soja vom einen Ende der Welt zum nächsten verschifft wird. Muss das denn immer sein? Nein, sagen Jiska Troppenz und Eva Kalla in der Ausstellung, die vom Bundesverband der Regionalbewegung und vom BUND Niedersachsen in Auftrag gegeben wurde.

Doch bei allen Hinweisen auf die Herkunft der Produkte. Wo bekommt man die Lebensmittel aus der Region überhaupt? Ein kleiner aber feiner regionaler Markt machte dies am Wochenende im Obergeschoß des Amtshauses deutlich. Den Apfelsaft gibt es von der Streuobstwiese in der Rhön, das Fleisch (nicht nur für den Burger) aus regionaler, wenn möglich ökologischer Tierhaltung. An sieben Ständen zeigten der Naturlandhof Derleth aus Salz, der Naturkostladen in der Hohnstraße, der kleine Eine-Welt-Laden ebenso wie der große Markt tegut, die Metzgerei und die Gärtnerei Maria Bildhausen, Natur Pur und die Kultbrause Bionade, dass es abseits der Billigware im Discounter auch günstig regionale Produkte überall zu erwerben gibt. Von der regional produzierten Salami über Käse, Getreide und Marmelade, Honig und eigentlich alles, was man für eine gesunde Ernährung braucht, war auf dem Markt zu finden. Nur die Erdbeeren waren im Alten Amtshaus Fehlanzeige. Die gibt es erst im Mai oder Juni wieder. Wenn sie auf heimischen Äckern wachsen und von den genial-regionalen Typen gekauft und gegessen werden.

Die Ausstellung „Deine Konsumlandschaft" ist noch bis 5. März täglich von 9 bis 16.30 Uhr zu sehen. Für Schulklassen haben Eva Kalla, Telefon 09778/650, und Jiska Troppenz, Telefon 0228/4069610, noch einige wenige Termine frei.

Bad Neustadt

Text: Stefan Kritzer
Foto: Anand Anders

Link:   UN-Dekade Projekt zum bewussten nachhaltigen Konsum

 

02.03.2010

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