Gersfeld, - 11.12.2017Biosphärenreservat Rhön

Verkehrssicherungsmaßnahmen; Wanderweg Rotes Moor durch den Kesselrain zum Parkplatz Schornhecke

Am Freitag, den 01. Dezember 2017, war das Verbindungsstück zwischen Rotem Moor und Parkplatz Schornhecke durch den Kesselrain aufgrund von Verkehrssicherungsmaßnahmen vorübergehend gesperrt.

Hier wurden von Hessenforst im Auftrag der Oberen Naturschutzbehörde und in enger Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat Rhön abgestorbene Ulmen und vom Triebsterben befallene Eschen von Totästen befreit, umgedrückt oder gefällt, um einen sicheren Loipenbetrieb in der bevorstehenden Saison zu gewährleisten.
Vorausgegangen sind dieser Maßnahme mehrere Beratungen mit Vertretern des Naturschutzes, Hessenforst, Vertretern der betroffenen Kommunen und des Skiclubs Gersfeld.
Der Kesselrain ist das älteste Naturschutzgebiet in Hessen und außerdem eine Kernzone des Biosphärenreservats, in der sich die Natur ungestört und ohne menschliche Eingriffe entwickeln soll. Seit einigen Jahren sind auch hier die Ulmen und Eschen vom Ulmen- bzw. Eschentriebsterben (Pilzerkrankungen, die zum Absterben der Bäume führen) befallen. Die Erhöhung des stehenden Totholzanteils in einer Kernzone ist aus naturschutzfachlicher Sicht zunächst nicht negativ, im Gegenteil, für den Artenreichtum sogar sehr positiv zu beurteilen. Da weder im Falle der Ulme noch im Falle der Esche phytosanitäre Maßnahmen ergriffen werden müssen, um angrenzende Bestände zu schützen, waren Vertreter des Naturschutzes bemüht, Alternativrouten für eine Verlegung der Loipe und der tradierten Wanderwege anzubieten. So hätte auf Eingriffe in der Kernzone zur Verkehrssicherung verzichtet werden können. Die Vertreter der Gemeinde Ehrenberg, der Stadt Gersfeld und des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön, des Rhönklubs und des Naturparks machten jedoch deutlich, dass eine Sperrung des Kesselrains die Qualität und Attraktivität der zertifizierten Loipe massiv herabsetzen würde und mit Blick auf den Fremdenverkehr in der Region nicht vertretbar sei. Weikard, vom Skiclub Gersfeld ergänzte, dass die Loipe aufgrund ihrer Topographie und Lage am Nordhang die schneesicherste und am häufigsten befahrene Loipe der Rhön sei, weshalb auf sie im Grunde nicht verzichtet werden könne. Zudem nutzten viele Langläufer den Einstieg am Parkplatz Schornhecke.
Da von bayrischer Seite ebenfalls keine Bereitschaft signalisiert wurde, einer Verlegung der Loipe in die angrenzende Kernzone Richtung Heidelstein zuzustimmen, verständigte man sich darauf zu versuchen, die aktuelle Wegführung beizubehalten und entsprechende Verkehrssicherungsmaßnahmen durchzuführen. Am vergangenen Freitag wurden deshalb von einem Harvester trockene Äste und bereits erkrankte Kronen im Lichtraumprofil der Loipe entfernt, sowie bereits stark geschädigte Bäume umgedrückt oder gefällt.
Grundsätzlich geschieht die Benutzung des Waldes – auch auf ausgewiesenen Wanderwegen oder Loipen - auf eigene Gefahr. Es besteht nach der aktuellen Rechtsprechung keine Haftung durch den Waldeigentümer bzw. den Betreiber des Wanderweges/ einer Loipe für waldtypische Gefahren, d.h. „natürliche“ Gefahren, die von Bäumen und Waldwegen ausgehen. Waldbesucher sollten sich daher immer darüber im Klaren sein, dass der Aufenthalt im Wald, vor allem bei starkem Wind, ein deutlich erhöhtes Risiko birgt, von herabfallenden Ästen oder umbrechenden Bäumen verletzt zu werden. Eine Verkehrssicherung wie an öffentlichen Straßen erfolgt im Wald nicht.

11.12.2017

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Foto: Archiv BRR

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