01.09.2017Biosphärenreservat Rhön

Hirschkäfersuche im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön erfolgreich abgeschlossen

Diesen Sommer bat die Bayerische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön zur Mithilfe bei der Suche nach seltenen Hirschkäfern. Zahlreiche engagierte BürgerInnen deckten daraufhin die Verbreitung der gefährdeten Insekten auf.

Unsere größte heimische Käferart ist mit ihren geweihähnlichen Mundwerkzeugen unverkennbar. Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Hirschkäfer jedoch als Larve unter der Erde. In abgestorbenen Stümpfen und Wurzeln alter Laubbäume zersetzen sie Totholz und sorgen so für die Anreicherung von Humus im Boden. Mehrere Jahre dauert diese Entwicklung, bis die Larve zum ausgewachsenen Käfer heranwächst, der an Sommerabenden auf Partnersuche geht. Leider werden Hirschkäfer bundesweit immer seltener: durch die lange Entwicklungsphase sind die Tiere darauf angewiesen, dass tote Laubbäume und besonnte Baumstümpfe über Jahre hinweg ihren natürlichen Zerfallsprozessen überlassen werden. In weitgehend aufgeräumten Landschaften finden die Käfer meist keinen Lebensraum mehr und gelten daher inzwischen deutschlandweit als stark gefährdet.

Um mehr über die Verbreitung der seltenen Hirschkäfer zu erfahren, bat die Bayerische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und dem bundesweiten Online-Meldeportal hirschkaefer-suche.de Gartenbesitzer und Spaziergänger, Beobachtungen der imposanten Käfer zu melden. In den vergangenen Wochen wurden zahlreiche Sichtungen engagierter BürgerInnen gesammelt, die Hirschkäfer im heimischen Garten, auf abendlichen Spaziergängen oder gar in Stadtparks beobachteten und oftmals Belegfotos mitliefern konnten. Die Funde wurden nun zu einer Verbreitungskarte zusammengefasst, die das Vorkommen der seltenen Insekten dokumentiert und einen Verbreitungsschwerpunkt der wärmeliebenden Hirschkäfer im Bereich der Fränkischen Saale und dem Grabfeld zeigt. Die erhobenen Daten werden als Grundlage für Schutzmaßnahmen an die Forst- und Naturschutzbehörden übergeben.

Die bayerische Verwaltungsstelle bedankt sich herzlich bei allen Meldern für deren Beitrag zum Erhalt der heimischen Tierwelt.

01.09.2017

Zurück zur News-Übersicht

männlicher Hirschkäfer (Foto: Richard Dorn, piclease.com)

Verbreitungskarte 'Vorkommen des Hirschkäfers im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön'

Unsere Sponsoren

Weitere Sponsoren