06.07.2017Biosphärenreservat Rhön

Ökologische Forschung in der bayerischen Rhön

Eine hochschulübergreifende Forschergruppe der drei Universitäten Tübingen, Dresden und Jena besuchte im Juni das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, um gemeinsam Studierenden praktische Erfahrung in ökologischer Feldforschung sowie in Natur- und Artenschutz zu vermitteln.
Über 540 verschiedene, teils ausgesprochen seltene Tier- und Pflanzenarten konnten von der Forschergruppe nachgewiesen werden.

Die Umweltbildungsstätte Oberelsbach diente der Forschungsgruppe und den 17 Studenten als Unterkunft und Ausgangspunkt für Exkursionen in die verschiedenen Schutzgebiete des UNESCO-Biosphärenreservats, ein eigens zur Verfügung gestellter Seminarraum bot ausreichend Platz für Fachvorträge wie auch für Detailuntersuchungen unter dem Stereomikroskop.

Im Mittelpunkt der neuntägigen Veranstaltung standen die Bestimmung von Tier- und Pflanzenarten sowie die Anwendung ökologischer Forschungs-methoden im Freiland. So wurden am Lehrpfad durch das Schwarzes Moor, in der Kernzone Gangolfsberg mit ihrem für die Rhön typischen Buchenmischwald, sowie auf den ökologisch wertvollen Magerrasen des ehemaligen Standortübungs-platzes Mittelstreu botanische und zoologische Untersuchungen durchgeführt.

Die Forschergruppe zeigte sich beeindruckt von der großen Vielfalt der verschiedenen Ökosysteme und der Menge an bundesweit gefährdeten Arten, die in der Rhön noch zu beobachten sind. Nicht von ungefähr gilt das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön als ein „Hotspot der Biodiversität“ in Deutschland.

Nur was man kennt, kann man schützen

In wenigen Tagen konnte die Forschergruppe über 540 verschiedene Tier- und Pflanzenarten nachweisen, wovon viele als ausgesprochene Seltenheiten gelten. Allerdings sind für das Erkennen dieser Vielfalt oftmals professionelle Fachkenntnisse erforderlich. Gerade bei unscheinbaren Pflanzen oder vielen Insektengruppen braucht es ein kundiges Auge, um den beeindruckenden Artenreichtum der Rhön voll zu erfassen.

Die Umweltbildungsstätte Oberelsbach hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Wissen altersgerecht an Kinder und Jugendliche weiterzugeben, um für die Vielfalt der Natur zu sensibilisieren. Die Projektarbeiten der Studierenden gaben neue Anstöße für einen forschend-entdeckenden Lernansatz, mit dem die junge Generation für Naturwissenschaften begeistert werden kann. Die hochschul-übergreifende Forschergruppe hat bereits jetzt signalisiert, in den nächsten Jahren wieder nach Oberelsbach zu kommen.

06.07.2017

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Nicht nur von ihrer Unterkunft, der Umweltbildungsstätte Oberelsbach, sondern auch von der Vielfalt an Ökosystemen und der Menge an gefährdeten Arten in der Rhön war die Forschergruppe beeindruckt. (Bild: T. Gerlach/Bayer. Verwaltungsstelle BR Rhön)

Die Forschergruppe konnte den "Goldenen Scheckenfalter" (Euphydryas aurinia) - eine sehr seltene und stark geschütze Schmetterlingsart - in der Rhön nachweisen. (Bild: T. Gerlach/Bayer. Verwaltungsstelle BR Rhön)

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