Oberelsbach - 26.05.2017Biosphärenreservat Rhön

Hirschkäfer gesucht

Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön bietet Lebensraum für zahlreiche seltene Tierarten. Hierzu gehört auch der Hirschkäfer (Lucanus cervus), der mit seinen markanten, einem Geweih ähnelnden Mundwerkzeugen unverwechselbar ist. Um einen Einblick in die Verbreitung dieses selten gewordenen Insekts zu erhalten, werden Bürger aufgerufen, Beobachtungen von Hirschkäfern zu melden.

Männliche Hirschkäfer sind durch ihre großen, geweihartigen Mundwerkzeuge unverkennbar. Interessieren sich zwei Käfermännchen für ein und dasselbe Weibchen, wird das imposante Geweih zum Kampf benutzt und die Tiere versuchen, den Widersacher damit zu Boden zu werfen. Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Hirschkäfer jedoch als Larve unter der Erde. In abgestorbenen Stümpfen und Wurzeln alter Laubbäume zersetzen sie Totholz und sorgen so für die Anreicherung von Humus im Boden. Bis zu acht Jahre kann diese Entwicklung dauern, woraufhin das Insekt die Erde verlässt und als ausgewachsener Käfer einen Partner sucht. Vor allem an warmen Abenden im Juni und Juli können Hirschkäfer unter lautem Brummen bei Suchflügen beobachtet werden. Besonders beliebt sind hierbei freistehende Laubbäume, oftmals Eichen, an denen die Käfer sich versammeln und an Baumsäften trinken.

Auf Totholz angewiesen

Leider werden Hirschkäfer bundesweit immer seltener: Aufgrund ihrer langen Entwicklungsphase sind die Tiere darauf angewiesen, dass tote Laubbäume und besonnte Baumstümpfe über Jahre hinweg ihren natürlichen Zerfallsprozessen überlassen werden. In unserer heutigen, weitgehend aufgeräumten Landschaft finden die Hirschkäfer daher immer weniger Lebensraum. Deshalb gelten Hirschkäfer laut bundesweiter Roten Liste als „stark gefährdet“ und sind europaweit geschützt. Im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön finden Hirschkäfer auf alten Streuobstwiesen, in speziellen Habitatbäumen und in Prozessschutz-flächen der Kernzonen noch Rückzugsmöglichkeiten. Da die Tiere bei gutem Wetter aber kilometerweit fliegen können, kann man Hirschkäfer mit etwas Glück auch im heimischen Garten beobachten.

Um einen Einblick in die Verbreitung des Hirschkäfers im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön zu erhalten, bittet die Bayerische Verwaltungsstelle in Kooperation mit der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft sowie dem Online-Portal hirschkaefer-suche.de um Ihre Mithilfe! Melden Sie bis Ende Juli Ihre Beobachtungen von Hirschkäfern mit Fundort, Datum, Anzahl und wenn möglich Fotobeleg an:

Bayerische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön
Oberwaldbehrunger Str. 4, 97656 Oberelsbach;
Tel: 0931 / 380 - 1672 ; E-Mail: meldungen.brrhoen@web.de oder direkt unter „www.hirschkaefer-suche.de“

Alle Beobachtungen werden in Kooperation mit "hirschkaefer-suche.de" den zuständigen Forst- und Naturschutzbehörden übergeben.

Vielen Dank für ihren Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön!

26.05.2017

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Im Gegensatz zu den bis zu 9 cm großen Männchen haben weibliche Hirschkäfer keine geweihartigen Mundwerkzeuge und sind mit 3-5 cm deutlich kleiner. (Foto: Richard Dorn/piclease.com)

Hirschkäferweibchen werden oft mit dem weitaus häufigeren Balkenschröter (Dorcus parallelipipedus) verwechselt, der jedoch meist kleiner als 3 cm bleibt. Für die korrekte Bestimmung der Weibchen sind daher Größenangaben und Fotos unerlässlich! (Foto: Richard Dorn/piclease.com)

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