Gersfeld - 08.03.2017Trägervereine & Partner

Ländlicher Raum Mehr als 25 Jahre LEADER-Förderung in Hessen

16.01.2017 Pressestelle:
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Ministerin Priska Hinz: „Wichtige Impulse zur wirtschaftlichen Entwicklung und Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum.“

„Die Zukunft unseres Landes hängt maßgeblich von der Entwicklung ländlicher Räume ab. Welche Probleme vorrangig zu lösen sind, wissen die Bürgerinnen und Bürger, Wirtschafts- und Sozialpartner sowie die Kommunen vor Ort am besten. Um sie bei der Verwirklichung von Projekten zu unterstützen, gibt es seit mehr als 25 Jahren das LEADER-Programm“, sagte Umweltministerium Priska Hinz heute in Wiesbaden. Seit Beginn sind insgesamt 100 Millionen Euro öffentliche Mittel von EU, Bund und Land in das LEADER-Programm geflossen, bis zum Ende der Förderperiode sind noch weitere 31 Millionen Euro vorgesehen.

„Wir konnten in der aktuellen Förderperiode sogar die Landesmittel erhöhen: Zwischen 2014 und 2020 stehen in Hessen insgesamt 51 Millionen Euro zur Verfügung.“ Allein im vergan-genen Jahr konnten Fördermittel in Höhe von 5,9 Millionen Euro in 151 neue Projekte inves-tiert werden.

Beispiele für erfolgreiche LEADER-Projekte sind in Hessen zahlreich: So konnte etwa der Dorfladen in Wächtersbach-Aufenau dank LEADER im Jahr 2015 eröffnet werden.

Beispielgebend ist auch die durch LEADER geförderte Landtourismusinfrastruktur mit den Qualitätswanderwegen „Lahnwanderweg“, „Habichtswaldsteig“, „Urwaldsteig“, „Alemannen-weg“, „Spessartbogen“ oder die Extratouren im Naturpark Meißner – Kaufunger Wald. Die Erlebniszentren „Haus am roten Moor“ und Infozentrum „Felsenmeer“ vermitteln vielfältigste Kenntnisse zu den dortigen Naturparks. Die kulturgeschichtlichen Initiativen zur touristi-schen Erschließung des Limes, das Selterswassermuseum, der Lutherweg, der Hugenotten- und Waldenserpfad oder die Künstlerkolonie Willingshausen verbinden Generationen und Regionen.

Bottum-up: Lokale Akteure gestalten und entscheiden

Das Besondere am LEADER-Programm ist, dass es den sogenannten „bottum-up“-Ansatz verfolgt: Die lokalen Akteure entwickeln Projekte, die bei ihnen vor Ort umgesetzt werden sollen, selbst – unter Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern, Interessenverbänden und der lokalen Wirtschaft. „Die regionalen Akteure sind bewährte Partner, wenn es darum geht, die Stärken und Schwächen zu analysieren und eine Strategie für die Gestaltung des regionalen Lebensumfelds und Wirtschaftsraumes zu entwickeln“, sagte Hinz.

ELER-Ziele geben Rahmen vor

Die Projekte müssen sich dabei an den Zielen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) orientieren. In der aktuellen Förderperiode 2014 – 2020 sind dies zum Beispiel die Förderung von Wissenstransfer und Innovation in der Land- und Forstwirtschaft, die Wiederherstellung und Förderung der sozialen Eingliederung sowie der wirtschaftlichen Entwicklung und der Bekämpfung der Armut, die Erhaltung und Ver-besserung von Ökosystemen, die von der Land- und Forstwirtschaft abhängig sind.

„Wir haben als Land Hessen für die aktuelle Förderperiode den höchstmöglichen Beitrag an eigenen Haushaltsmitteln geleistet, um den finanziellen Rahmen voll ausschöpfen zu kön-nen“, so die Ministerin. 40 Millionen Euro stammen aus dem Europäischen Landwirtschafts-fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), zwei Millionen sind Bundesmittel der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK), weitere knapp zehn Millionen Euro hat das Land Hessen zur Verfügung gestellt. „Die Förderung ist gerade aktuell so wich-tig, weil in den neuen Richtlinien zum LEADER-Programm ausdrücklich auch Projekte zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung gefördert werden. Gerade hier braucht der ländlichen Raum unsere Unterstützung.“

24 LEADER-Regionen in Hessen

In der aktuellen Förderperiode 2014-2020 konnte nahezu der gesamte ländliche Raum Hessens als LEADER-Fördergebiet anerkannt werden. In 24 Regionen haben sich öffentlich-private Partnerschaften als sogenannte lokale Aktionsgruppen (LAG) zusammengefunden und regionale Entwicklungskonzepte erarbeitet. In den LAG sind Vertreterinnen der jeweili-gen Kommune, der Kammern, lokaler Wirtschaftsverbände und Interessengruppen, Frauen-beauftragte und Sozialpartner vertreten. „Es geht nicht nur um finanzielle Unterstützung, das Besondere der LEADER-Strategie ist, dass so viele Akteure gemeinsam für die Region arbei-ten. Mitglieder der LAG müssen strategische Verantwortung übernehmen, Prioritäten setzen, Diskussionen führen und das regionale Entwicklungskonzept zukunftsfähig gestalten. Das ist Chance und Herausforderung zugleich.“

Aus diesem Grund hat sich das Land Hessen in der aktuellen Förderperiode erstmalig ver-pflichtet, die regionale Arbeit durch finanzielle Unterstützung eines professionellen Regio-nalmanagements zu begleiten. „Alle 24 LEADER-Regionen können nun bei der Finanzierung eines kontinuierlichen Regionalmanagements von Fördermitteln profitieren Auf diese Weise werden 75 Prozent der Kosten für das Regionalmanagement von LEADER übernommen“, so die Ministerin.

Hintergrund:

  • LEADER steht für „Liaison entre actions de dévelopement de l‘économie rurale“, zu Deutsch „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der regionalen Wirtschaft“.
  • In der aktuellen Förderperiode 2014-2020 stehen rund 51 Millionen Euro zur Umset-zung der regionalen Entwicklungsstrategien zur Verfügung. Hinzu kommt das kom-munale Engagement der Regionen, das mit etwa zehn Millionen kalkuliert wird.
  • Das LEADER-Programm ist Bestandteil des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER-VO).
  • Die Projekte werden auf der Grundlage der Richtlinien des Landes Hessen zur Förde-rung der ländlichen Entwicklung durch die jeweiligen Landräte bewilligt.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich unter www.umwelt.hessen.de über die konkreten Rahmenbedingungen des Programms informieren oder direkt mit der zuständigen LAG sowie der für die ländliche Entwicklung zuständigen Stelle des Landkreises in Kontakt treten.

Kontakt für Pressevertreter
Pressesprecher:
Herr Mischa Brüssel de Laskay
Pressestelle: Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Telefon: +49 611 815 1020 Telefax: +49 611 815 1943 E-Mail: pressestelle@umwelt.hessen.de

08.03.2017

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