Oberelsbach - 04.11.2016Biosphärenreservat Rhön

Herbstliche Birkwild-Zählung zeigt: Bestand stabil!

Früh aufstehen heißt es für die rund 50 Ehrenamtlichen, die bei der Birkwild-Herbstzählung im Naturschutzgebiet "Lange Rhön" dabei sind. Die Zählung findet im Rahmen des Birkwild-Projekts der Wildland-Stiftung im Frühjahr und Herbst jeden Jahres statt. Ausschau gehalten wird nicht nur nach Birkwild, sondern auch nach anderen Vogelarten, so konnten sogar 10 Arten der Roten Liste beobachtet werden. Das Ergebnis diesen Jahres liegt bei zwölf Hähnen und vier Hennen, erwartet wurden mehr, allerdings weiß Gebietsbetreuer Torsten Kirchner diese Zahlen einzuordnen: „Das ist halt kein Zoo, das ist freie Wildbahn“ - so zeigen sich natürlich nicht alle Hähne und Hennen den Beobachtern pünktlich zum Zähltermin.

Die Bedingungen waren bestens. Die rund 50 ehrenamtlichen Zähler erlebten einen wunderschönen Sonnenaufgang in der Langen Rhön mit insgesamt 61 Vogelarten, von denen 10 auf der Roten Liste stehen – die vermutete Anzahl der Birkhühner sahen Beobachter diesmal nur unvollständig. Das liegt aber nicht daran, dass die seltenen Raufußhühner nicht da sind, sie zeigten sich diesmal einfach nicht. Für den Gebietsbetreuer in der Langen Rhön, Torsten Kirchner, ist der Grund dafür ein ganz einfacher: „Pech“. Er erklärt: „So eine Zählung ist wie eine Jagd. Manchmal zeigen sich zig Tiere, am kommenden Tag sieht man dort kein Wild. Und man weiß einfach nicht warum.“

So war das Ergebnis der Herbstzählung dann auch etwas mickrig: Gerade mal zwölf Hähne und vier Hennen zeigten sich den Zählern. Damit lag das Ergebnis natürlich unter den Erwartungen. Zur Beruhigung der Verantwortlichen aber auch unter den Vorbeobachtungen. Denn die Wildland-Mitarbeiter Kirchner und Berufsjäger Christian Lintow haben die Population natürlich das ganze Jahr über im Blick. An den Tagen vor der Zählung wurden in einzelnen Teilbereichen des Naturschutzgebiets mehr Tiere festgestellt, als die Zähler dann im gesamten Beobachtungsgebiet sahen.

Das betrifft vor allem die Hennen. Hier, da ist sich Kirchner sicher, dürfte die Zahl bei mindestens 13 liegen. Von den fünf mit Peilsendern ausgestatteten Hennen ließ sich beispielsweise bei der Zählung keine einzige blicken. „Das ist halt kein Zoo, das ist freie Wildbahn“, so der Kommentar des Biologen Kirchner.

Im Vergleich zum Vorjahr, so sein Fazit, ist der Bestand stabil. Allerdings nur, weil im Frühjahr wieder 25 Tiere (zehn Hähne und 15 Hennen) aus Schweden in die Rhön umgesiedelt und hier ausgewildert wurden.

Auch wenn ihn das Schicksal einer Henne ärgert, die sich endlich am Himmeldunkberg niedergelassen hatte, dann aber im August vom Habicht geschlagen wurde, sind für Kirchner ständige Verluste beim Birkwild normal. Schließlich gibt es zahlreiche Fressfeinde. Das Problem des Rhöner Birkwild-Bestands ist der unzureichende Nachwuchs. Dennoch, und das ist das Positive, wurden vor der Zählung mindestens 3 Hennen mit flüggen Jungvögeln beobachtet.

Dass in einem Jahr der Bruterfolg ausbleibt und ein Birkwild-Bestand um 30 Prozent oder mehr einbricht, ist, nach seinen Erfahrungen, nicht ungewöhnlich und auch nicht problematisch – wenn der Bestand groß genug ist. Dann kann in den Folgejahren die Nachzucht die Verluste mehr als ausgleichen. In der Rhön aber ist der Bestand noch zu klein und muss über die Auswilderungen immer wieder aufgestockt werden.

So werden auch im kommenden Jahr wieder bis zu 25 Tiere aus Schweden in die Rhön geholt. Vielleicht gelingt dann ein Durchbruch in dem Sinne, dass mehr Jungtiere überleben, als Alttiere verloren gehen. Die Chancen stehen nicht unbedingt schlecht. Wenn der Bestand einigermaßen über den Winter kommt, geht Torsten Kirchner davon aus, „dass wir mit mehr als 10 Hennen in das Frühjahr starten. In dieser komfortablen Situation waren wir schon lange nicht mehr.“

Die Frühjahrszählung, die wegen der Balz und höherer Zählerbeteiligung dann wesentlich genauer ist, wird vielleicht schon erste Anhaltspunkte geben. Das Birkwildprojekt und der Schutz der Langen Rhön durch die Wildland-Stiftung wird gefördert durch den Mineralbrunnen RhönSprudel.

(Den vollständigen Presseartikel finden Sie hier.)

04.11.2016

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Bergwiese im Gebiet der Langen Rhön (Foto: K. Spitzl, Verein Naturpark & Biosphärenreservat Bayer. Rhön e. V.)

Zwei Birkhähne aus der Zählung im September 2015 (Foto: L. Meder)

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