Gersfeld - 30.08.2016Biosphärenreservat Rhön

Verein Sternenpark Rhön setzt sich für den Schutz der Nacht ein

Dunkelheit – ein wertvolles Gut

RHÖN. Es ist ein eindrucksvolles Naturschauspiel, das sich den Besuchern des astro-nomischen Beobachtungsplatzes Hohe Geba im Sternenpark Rhön bietet. Klar und deutlich offenbart sich an diesem Ort der Sternenhimmel. Fern von starken Lichtquel-len können Beobachter auf den hierfür eingerichteten Plattformen ihre Teleskope auf-bauen und gen Himmel ausrichten.

Die Initiative für die Einrichtung des Beobachtungsplatzes ging maßgeblich vom Verein Ster-nenpark Rhön e.V. aus, dessen Mitglieder sich unermüdlich für den Schutz der natürlichen Dunkelheit einsetzen. Der Verein steckt zwar noch in den Kinderschuhen – er wurde erst im März 2015 gegründet – , kann jedoch schon auf eine stolze Anzahl an erfolgreichen Anregun-gen und Projekten blicken. Nachdem die Rhön im August 2014 von der International Dark Sky Association den Titel „Sternenpark im Biosphärenreservat Rhön“ erhalten hatte, hat sich aus der losen „Initiative zum Schutz der Nacht vor Ort“ die Vereinsgründung ergeben. „Wir freuen uns über die Auszeichnung zum Sternenpark und möchten den Sternenpark durch unseren Verein nachhaltig stärken und mit Leben füllen“, berichtet die Erste Vorsitzende Dr. Gudrun Schwegler.

Bislang konnte nicht nur die Einrichtung des Beobachtungsplatzes Hohe Geba vorangetrieben werden, sondern es wurden auch die Weichen für weitere Beobachtungsplätze gestellt. Auch der knapp einen Kilometer lange Planetenweg an der Hohen Geba ist mit Unterstützung des Vereins entstanden. Mithilfe von insgesamt neun Informationstafeln können Besucher entlang dieses Spazierwegs, der für Jung und Alt gleichermaßen geeignet ist, in die Charakteristik und Geschichte der Planeten eintauchen. „Wir sehen unsere Aufgabe auch darin, die Bildung der Menschen zu allen Themen des Sternenparks zu fördern“, beschreibt Dr. Schwegler das Selbstverständnis des rund 40 Mitglieder umfassenden Vereins. In Gesprächen mit Kommunen, Institutionen und Privatleuten versuchen die Vereinsmitglieder deshalb für den Schutzbedarf des Sternenparks Rhön zu sensibilisieren.

Denn die Industrialisierung, die zunehmende Zersiedelung und auch die Entstehung von Ballungsräumen haben dazu geführt, dass künstliches Licht an nahezu allen Orten eingesetzt wird. Für Menschen und Tiere ist die fortwährende Beleuchtung Teil ihrer Lebensumgebung geworden. Mit teilweise gravierenden schädlichen Auswirkungen: Denn ein natürlicher Wechsel von Tag und Nacht, von Licht und Dunkelheit ist für einen funktionierenden Lebensrhythmus unverzichtbar. Das gilt nicht nur für nachtaktive Tiere, sondern für alle Lebewesen. „Zum Beispiel wird die Produktion des Schlafhormons Melatonin bei allen Wirbeltieren einschließlich des Menschen durch künstliches Licht am Abend und in der Nacht erheblich gestört“, erläutert die Koordinatorin des Sternenparks im Biosphärenreservat, Sabine Frank. Sternenpark und Verein haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, unnötiger Lichtverschmutzung entgegenzuwirken.

Konkret bedeutet dies, dass zunächst die Notwendigkeit des Lichts kritisch hinterfragt werden muss. Hieran schließen sich Fragen nach der Lenkung des Lichts sowie der Lichtmenge an. Wie stark die so genannte Nachtverschmutzung in der Region vorangeschritten ist, lässt sich vom Beobachtungsplatz Hohe Geba sehr gut erkennen: Über einigen Orten liegen markante Lichtglocken. Wer dies mit eigenen Augen gesehen hat, erkennt schnell, welche Auswirkun-gen künstliches Licht entfaltet. Und so verwundert es nicht, dass die Vereinsmitglieder durch-weg die erhoffte Sensibilisierung für den Schutz der Nacht bei Besuchern der Beobachtungsplattform oder anderer Informationsangebote feststellen können. Weitere Infos sowie ein Ausblick auf die nächsten Veranstaltungen des Vereins Sternenpark Rhön unter

www.vereinsternenpark-rhoen.de.

30.08.2016

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Foto: Archiv Biosphärenreservat

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